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Cello, Fleischwolf und ein Glas-Phallus

Bad Münder. Museumschef und Heimatbundsvorsitzender Michael Meier ist zufrieden. „Dieses Jahr ist im Hinblick auf neue Objekte leicht überdurchschnittlich.“ 14 Stifter haben dem Museum im Wettbergschen Adelshof über 250 neue Exponate zukommen lassen. Ein kleiner Teil davon ist jetzt der Öffentlichkeit zugänglich und kann in einigen Vitrinen in den Geschäftsräumen der Sparkasse Weserbergland besichtigt werden.

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Ein Blickfang ist dabei sicherlich das vom münderschen Holzbildhauer Arnold Kosel Ende der 60er Jahre angefertigte Meisterstück: zwei aus einem Holzbalken geschnitzte Elche. „Bad Münder war einst ein Zentrum der norddeutschen Holzbildkunst; es gab hier zehn entsprechende Betriebe“, erklärt Meier.

Ob Kinderspielzeug aus längst vergangenen Tagen, Haushaltsgegenstände wie das handgeschriebene Kochbuch von 1920 oder der Karton mit dem Fleischwolf Modell „Kaumaschine – speziell für Babynahrung“, alles findet ein großes Zuschauerinteresse. „Viele Kunden kommen und bleiben stehen, um einen Blick auf die Gegenstände zu werfen“, berichtet Sparkassen-Marktbereichsleiter Stephan Rakel.

Mit einem Schmunzeln haben die Gäste bei der Vorstellung der Exponate auch einen aus dunkelgrünem Glas angefertigten Phallus betrachtet. „Eigentlich sollte diese Replik eines im 16. Jahrhundert in Adelskreisen sehr beliebten Spaß-Trinkgefässes nur in unserer Ausstellung ,Sucht und Genuss gezeigt werden, aber die Damen von Museum wollten es unbedingt hier ausstellen“, kommentiert Meier das kuriose Objekt.

Großen Anteil an der kleinen Schau hat auch die Familie von Marianne Kuch. Die 80-jährige Münderanerin hat sich unter anderem von zwei Celli getrennt. „Die Kinder haben andere musikalische Interessen. Eins haben wir verschenkt, eins dem Museum gegeben“, erzählt sie.

„In gute Hände abzugeben“, so lautet das Motto, unter dem dem Museum Gegenstände angeboten werden können. „Die Leute wissen, dass bei uns alles gepflegt und gut aufbewahrt wird“, so Meier. Allerdings müssten die Stücke einen deutlichen Bezug zur Stadt- und Regionalgeschichte haben. So wie die alte Trompete, die Peter Mönkeberg beigesteuert hat. Die erklang seinerzeit im Feuerwehrmusikzug. Die Funktion eines kunstvoll geknoteten Weidenkorbs allerdings wirft bislang selbst in Imkerkreisen Rätsel auf. „Vielleicht ein Fangkorb für Bienenvölker?“hzs



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