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CDU plädiert für Marktstraße zu, Obertorstraße auf

BAD MÜNDER. Lange haben sich die Einzelhändler, die ihr Geschäft an der Fußgängerzone haben, für die Öffnung dieser eingesetzt. Dieses Ziel werden sie wohl nicht erreichen, weil der Widerstand groß ist. Aber die Politik scheint nun bereit, ihnen entgegen zu kommen.

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Autor:

Mira Colic

Als Lösung wird aktuell die Öffnung der Obertor- und Echternstraße favorisiert. Dafür plädiert zumindest auch die CDU-Fraktion.

Zwar wird das Thema frühestens Ende des Jahres aufs Tapet kommen, denn der Rat tagt erst wieder im November, aber immerhin bewegt sich bei dem Thema etwas. Anfangs sah es nämlich gar nicht danach aus. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Händler Bürgermeister Hartmut Büttner Unterschriftenlisten überreicht. Damals tat sich nichts. Und auch beim zweiten Anlauf im April machte Büttner den Geschäftsleuten wenig Hoffnung. Schließlich hatte der Rat erst im November für den Erhalt der Fußgängerzone plädiert. Aber zumindest eröffnete die Berichterstattung eine Debatte in der Stadt, die sich auch durch die sozialen Netzwerke zog.

„Als Kommunalpolitiker muss man das ernst nehmen“, sagt Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah. Der CDU-Stadtverband habe bei seiner jüngsten Sitzung das Thema ausführlich behandelt – und sich am Ende auf eine Variante geeinigt, mit der – so zumindest die Ansicht von Joumaah – die meisten zufrieden wären. Sie bezeichnet es sogar als die „ideale Lösung“. Dabei gebe es zwei entscheidende Aspekte zu berücksichtigen. Die wichtigste für sie: „Gerade die Klientel, von der behauptet wird, dass sie direkt vor den Geschäften parken möchte, nämlich die Senioren, wollen die Fußgängerzone behalten.“ Deutlich hatte sich etwa der Seniorenbeirat der Stadt dementsprechend positioniert. Auch Familien mit kleinen Kindern hatten sich gegen eine Öffnung ausgesprochen.

Außerdem sieht Joumaah durch das „Engagement der Volksbank“ eine Verbesserung der Parkplatzsituation in der Innenstadt. An der Wermuthstraße sind neue Stellplätze entstanden, die die Situation seit der Fertigstellung Ende Juni entschärfen. „Und wir hätten noch mehr zur Verfügung, wenn vernünftig kontrolliert werden würde“, übt die Ortsbürgermeisterin Kritik an der Verwaltung. Denn aktuell würden die Kurzzeitplätze immer den ganzen Tag blockiert. Dennoch habe sie Verständnis für die Forderung der Einzelhändler, die einen Wettbewerbsnachteil aufgrund ihres Standorts beklagen. Mit der Öffnung der Obertorstraße würden viele schon zufrieden sein, glaubt Joumaah. Charmant findet sie diese Variante auch, weil keine Umbauten nötig wären. Bürgermeister Hartmut Büttner hatte bei der Debatte um den Rückbau der Marktstraße hohe Kosten als Gegenargument aufgeführt.

Neu ist die Idee mit der Öffnung der Obertor- und Echternstraße ohne zeitliche Beschränkung indes nicht. Bereits Helmut Burdorf (Die Grünen) hatte diese Variante bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu dem Thema eingebracht. Apotheker Michael Riegel und Karin El-Anwar vom Bioladen Senfkorn hatten direkt ihre Zustimmung signalisiert.

Kritik kam während des Abends von einer Mutter, die dadurch eine Gefährdung ihrer Kinder auf dem Schulweg befürchtet. Sorgen von Eltern müssten immer berücksichtigt werden, sagt Joumaah, aber sie glaube, dass Kinder sehr wohl dem Verkehr gewachsen seien. „Wir können nicht jede Gefahr bannen, aber mithilfe der Aktion ,Gelbe Füße‘ oder das Abgehen des Weges zusammen mit den Eltern können diese ja minimiert werden.“

Für den Wochenmarkt donnerstags könne der Bereich ja entweder wieder gesperrt werden, so Burdorfs Vorschlag, oder sich in Richtung Süden ausbreiten.

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