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Bewegendes Benefiz-Konzert für Tschernobyl-Kinder / Enthusiastischer Applaus

"Cantemus": Kammerchor erobert das Bad Eilser Publikum im Sturm

Bad Eilsen. Am Samstagabend hat die Bad Eilser Tschernobyl-Hilfe den 22. Jahrestag der Reaktor-Katastrophe in der voll besetzten Christuskirche mit einem Benefizkonzert von besonderer Art begangen: Der Bückeburger Kammerchor "Cantemus" ist mit einem äußerst hörenswerten Programm aufgetreten.

Auch optisch ein Genuss: Der "Cantemus"-Kammerchor mit seinen ro

Autor:

Dietlind Beinßen

Wer nicht alltägliche alte und neue geistliche und weltliche Chorliteratur in sein Programm aufnimmt, überhebt sich entweder - oder erntet höchsten Respekt. Letzteres gelang dem vor vier Jahren von ehemaligen Mitgliedern der Schaumburger Märchensänger und des Schaumburger Jugendchores gegründeten "Cantemus" rasch und mühelos. Dank der frischen, ausgeglichenen und strahlkräftigen Vorträge eroberte die sympathische Gemeinschaft ihr Publikum im Sturm. Mit zwei Motetten, darunter Mendelssohn Bartholdys inniges "Von guten Mächten wunderbar geborgen", sowie unterschiedlichen Vertonungen des "Vater unser" stellte die 15-köpfige Gruppe gleich klar, dass Präzision fürsie ebenso selbstverständlich ist wie Klangschönheit und Melos. Denn freudig mitreißend bewegten sich die Stimmen auch im weiteren Verlauf durch die komplizierten Melodienführungen von internationalen Madrigalen und Stücken wie "In stiller Nacht", "Die Nachtigal" oder humorig gebrachte Volksweisen, man denke an "Ein Vogel wollte Hochzeit machen" und "Der Jäger aus Kurpfalz". Glänzend in Sachen sensibler und doch so strahlender Gesangskunst verliehen die von der Sopranistin Stefanie Feindt aus dem Chor heraus mit minimalen Gesten motivierten Vokalisten zudem kontrastierenden Stilen und Stimmungen vom Heideröslein, dem schönen Rosengarten, Spirituals und vielen anderen - mit exquisiten Soli durchsetzten - Werken ihre ganz persönliche Note. Alle lebensvollen Beiträge hatten eines gemein: Sie wurden von plastischer Artikulation und in sich gerundeter Färbung der Stimmegister geprägt. Wenn das kein erlesenes und üppiges Programm war! Doch "Cantemus" schulterte dieses geradezu reif für einen CD-Mitschnitt. Langer, enthusiastischer Beifall des Publikums konnte da nicht ausbleiben, und hoffentlich taten das auch die Spenden für die Kinder aus Weißrussland nicht. Von Gemeindemitgliedern wurden im Verlauf des Konzertes immer wieder ergreifende Briefe der Bedürftigen vorgelesen sowie der Thematik entsprechende Gedichte deklamiert. Eine Ausstellung informierte über die Not und den großen Wert des uneigennützigen Einsatzes der Kirchengemeinde.



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