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Cafe International zieht um - ein Besuch

BAD MÜNDER. „Und wo soll jetzt der Clown hin?“, fragt die Integrationsbeauftragte Sina Bruns ein Kind, das mit ihr zusammen ein mit Milchglasfolie beklebtes Fenster mit bunten Stickern verziert. Das Mädchen zeigt auf einen Platz mitten auf der Scheibe. Das Café International hat ein neues Zuhause.

Café International jetzt mit zweitem Raum: Yamama (8) spielt mit Eva Bardusch, Haidar (14) vertreibt sich ebenfalls die Zeit in dem Integrationstreff. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

In dem Einiges auch an das alte Zuhause erinnert: In einer Küchenzeile dampft der Teekocher, Kekse stehen auf den Tischen, Dolmetscher, ehrenamtliche Helfer und Integrationslotsen reden mit Flüchtlingen, helfen bei Formularen. Neben Dauergästen wie dem SPD-Chef Uwe-Peter Keil ist heute auch Bürgermeister Hartmut Büttner am Basteltisch anzutreffen, auch Hermann Wessling ist gekommen. „Es ist ein ständiges Kommen und Gehen“, beobachtet Hachmühlens Pastorin Frauke Kesper-Weinrich erfreut.

Und das ist vielleicht auch der größte Bonuspunkt des Puffergebäudes, in dem das Café nun untergebracht ist: Zu Fuß sind es nur wenige Meter in die Stadt, hier kommen regelmäßig Anwohner und Stadtbummler vorbei. Am Eröffnungstag weisen zusätzlich Luftballons auf den Integrationstreff hin. „Heute sind viele afghanische Frauen gekommen, die lange nicht mehr da waren“, beobachtet zum Beispiel Integrationslotsin Edeltraud Mittelstädt. Warum, darüber kann die Helferin nur spekulieren.

Der Begegnungstreff für Anwohner und Neubürger in Bad Münder ist nun in einem Gebäude untergekommen, das ohnehin viel mit Integration zu tun hat: Der Landkreis hatte das Gebäude im vergangenen Jahr angemietet als Puffer, als Reserve zur Unterbringung von Flüchtlingsfamilien, für die es kurzfristig noch keinen Wohnraum in Bad Münder gibt.

Im Hauptraum wird bei Tee und Keksen viel geredet, im Café ist jeder willkommen. Foto: Dittrich

Sollte der Zuzug von Flüchtlingen in die Stadt wider Erwarten doch wieder zunehmen, müssten die Räume des Treffs von den Organisatoren wieder geräumt werden. Das wäre schade – ist aber derzeit nur schwer vorstellbar, da es seit einiger Zeit für Flüchtlinge immer schwieriger wird, das europäische Festland zu erreichen – und das macht sich auch in den Zuzugszahlen bemerkbar.

Dafür sprudeln schon die Ideen bei den Helfern, wie die neuen, größeren Räumlichkeiten am besten genutzt werden können: Ein Raum ist bereits als Spielraum eingerichtet, in den Ecken stapeln sich ein paar Spielsachen, Helferin Eva Bardusch spielt mit ein paar Kindern an einem Tisch. Bei Bedarf könnte der Raum auch für intensivere Gespräche genutzt werden – wenn nötig auch nach Geschlechtern getrennt.

Mittelstädt hat sich außerdem eine weitere Idee von anderen Treffs abgeguckt: „Wir überlegen, ob wir an die Wände Porträts von den Helfern machen.“ Darunter die Namen der Personen, die an dem Tag anwesend sind – das würde die Ansprache leichter machen.

Denn das Café ist für viele Flüchtlinge immer noch ein Ort, an dem es Helfer gibt, die ihnen die Sprache näherbringen, Formulare erklären und an dem sie sich unkompliziert austauschen können.

Das Café International ist wöchentlich, immer freitags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Es ist als Treffpunkt für Einheimische und Zugezogene in Bad Münder gedacht.



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