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Bundeswehr lehnt Wind-Fläche bei Bad Münder ab

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Michael Zimmermann

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Michael Zimmermann Volontär zur Autorenseite

Der Oberleutnant muss geplante Windkraftanlagen und ihre Auswirkungen auf den Flugbetrieb einschätzen. Lehnt die Bundeswehr ein Projekt ab, folgen die Planer dem „Urteil“ in aller Regel.

Das wirkt sich auch auf den Windpark „Liethberg“ aus, den die Firma Landwind zwischen Groß Hilligsfeld, Flegessen und Unsen geplant hatte. Von den acht ersten Windrädern für Hameln, die dort entstehen sollten, werden zwei jetzt keine Genehmigung bekommen, zwei weitere nur mit bestimmten Auflagen (wir berichteten). Eine der abgelehnten Anlagen könnte um 84 Meter in Richtung Süden, näher an die dort verlaufende Hochspannungsleitung verschoben werden, um doch noch genehmigt zu werden, heißt es aus dem Hamelner Rathaus. Hier fehlten aber noch die überarbeiteten Unterlagen zum Natur- und Artenschutz, wie Stadtsprecherin Janine Herrmann erklärt. Eine abschließende Entscheidung könne erst nach einem Erörterungstermin mit allen Beteiligten getroffen werden. Ein konkretes Datum für diesen Termin stehe aber noch nicht fest.

Der Leiter der Flugeinsatzzentrale im Fliegerhorst Bückeburg, Steen Pfähler, hatte sich gegen fünf der geplanten Anlagen ausgesprochen, weil sie den 1,5-Kilometer-Korridor der „Nachttiefflugstrecke Stadtoldendorf“ störten. Die Flugstrecke des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums führe durch eine Kessellage und werde durch den Taleinschnitt zwischen dem Süntel, Schweineberg und Uhlenberg entlang der L 423 und der Hochspannungsleitung kanalisiert. „Eine Verlegung der Streckenführung ist hier nicht möglich“, sagt er. Sein Veto wurde nach Köln weitergeleitet und dort überprüft. „Ein oder zwei Anlagen sind in der Regel kein Problem“, sagt Heiko Scheer. Diese sehe man auch nachts gut. „Je mehr Windräder aber an einer Flugroute stehen, desto schwieriger wird es im Dunkeln, ihnen auszuweichen.“

Ein anderes Problem könnten auch die Radaranlagen sein: Zu viele Windräder würden das Radar dermaßen stören, dass der gesamte Raum über den Anlagen von den Hubschraubern nicht mehr erfasst werden könne, erklärt Scheer. Flugzeuge in diesem Bereich würden dann vom Schirm verschwinden. Hier gebe es aber inzwischen Möglichkeiten, die Windräder bei Bedarf zeitweise per Knopfdruck auszuschalten. Das Luftfahrtamt suche in der Regel nach Möglichkeiten, wie beide Interessen miteinander vereinbart werden können, sagt er – etwa durch eine Verschiebung der Flugrouten. Im lippischen Dörentrup war dies kürzlich möglich – auch wenn dort befürchtet wird, dass die Bewohner durch den Lärm der tieffliegenden Hubschrauber aufgeweckt werden könnten.

Bei den abgelehnten Hamelner Anlagen hilft das jedoch alles nichts. Auch das benachbarte Münderaner Windkraftgebiet ist betroffen. Hier läuft derzeit noch das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes, damit das Gebiet bei Flegessen als Windkraftfläche ausgewiesen werden kann. Nach Informationen dieser Zeitung wird das Luftfahrtamt in diesen Tagen die Fläche als möglichen Windradstandort ablehnen.



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