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Bückeburger Unternehmer bewirbt sich um CDU-Kandidatur / Drewes will Klarheit vor Abstimmung

Bundestagsduell 2009: Wuttke gegen Edathy?

Landkreis. Fordert Christopher Wuttke am 27. September 2009 Sebastian Edathy (SPD) heraus? Der Bückeburger Unternehmer bewirbt sich in Schaumburgs CDU für die Bundestagskandidatur. Bis jetzt als einziger ernsthafter Interessent.

Christopher Wuttke

Autor:

Frank Werner

Wuttke (35) bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung seine Bewerbung. Im Kreisvorstand der CDU, dem er als stellvertretender Kreisvorsitzender angehört, hat er seinen Hut bereits offiziell in den Ring geworfen. Auch ein zweiter Interessent aus Schaumburg hat sich gemeldet - allerdings ein weniger bekannter und profilierter, der Wuttke wahrscheinlich den Vortritt lassen wird. Parteiintern jedenfalls wird dieser Interessent eher als "Reserve" betrachtet. Außerdem wird - im gemeinsamen Bundestagswahlkreis Nienburg-Schaumburg - der Nienburger Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Johann-Heinrich Ahlers (52) als möglicher Bewerber gehandelt. Bei einem einheitlichen Stimmverhalten könnte Schaumburg in der Delegiertenversammlung jedoch mit aller Wahrscheinlichkeit einen eigenen Kandidaten durchsetzen. Ende Mai war Stichtag für die Bewertung der Mitgliederzahl: Hat die Schaumburger CDU hier ihren Vorsprung vor Nienburg gehalten, dürfen im Herbst auch weiterhin mehr Schaumburger Delegierte über den gemeinsamen Kandidaten abstimmen. Mit Wuttke will - was Seltenheitswert hat - ein erfolgreicher Jungunternehmer in den Bundestag einziehen. Der 35-Jährige ist Vorstandsvorsitzender von SE Spezial- Electronic in der Bückeburger Kreuzbreite, einem Distributionsunternehmen für elektronische Bauteile mit 80 Mitarbeitern im Kernbereich. Die Firma sei auch im vierköpfigen Vorstand "hervorragend aufgestellt", ein politisches Mandat in Berlin insofern für das Unternehmen vertretbar, sagt Wuttke. Dass er nur um der Karriere willen antrete, muss sich der Unternehmer kaum vorhalten lassen: "Finanzielle Beweggründe sind es sicher nicht", sagt Wuttke. Auch seien die Kandidatur-Ambitionen "keine Ego-Sache", sondern Ausdruck politischen Gestaltungswillens. "Ich nehme das sehr ernst. Ich will meine Erfahrungen einbringen und politisch wirklich etwas verändern." Auf kommunaler Ebene gehört Wuttke längst zu den Etablierten der Politik: Er führt die CDU-Fraktion im Bückeburger Stadtrat, wurde 2006 zum Vize-Kreisvorsitzenden gewählt und sitzt seit dieser Legislaturperiode auch für die CDU im Kreistag. Parteichef Klaus-Dieter Drewes zeigt sich "persönlich erfreut" über die Initiative aus Bückeburg und lobt Wuttke als einen "hervorragenden Bewerber", mit dem die CDU mittel- und langfristig planen könne. Drewes betont aber, die interne Bewerbungsfrist sei noch lange nicht abgelaufen. Mitte des Monats will der Kreisvorstand dafür konkrete Termine nennen. Wahrscheinlich im Oktober soll der Kandidat auf der Delegiertenversammlung mit Nienburg nominiert werden. Fest steht für Drewes, dass die Schaumburger CDU sich vor diesem Termin auf einen Bewerber verständigen sollte. Das Debakel der letzten Kandidatenkür, das die Partei innerlich zerrissen und am Ende um die Schaumburger Kandidatur gebracht hat, ist nicht vergessen. Lachender Dritter im Duell zwischen Dietrichvon Blomberg und Dr. Stephan Walter war im Juli 2005 der Nienburger Hermann Bartels. "Wir müssen vor der Versammlung mehr Klarheit schaffen als damals", gibt Drewes die Marschrichtung vor. Wuttke selbst glaubt nicht an eine Neuauflage der internen Machtkämpfe, will einen anderen als den geplanten Verlauf seiner Bewerbung aber durchaus "ins Kalkül ziehen". Sonderlich nervös mache ihn dieser Gedanke nicht: "Ich habe eine komfortable Rückfallposition." Unverhandelbar ist für CDU-Chef Drewes, dass ein eigener Kandidat gegenüber Nienburg durchgesetzt werden soll. "Dahinter mache ich drei Ausrufezeichen." Es soll ein Schaumburger sein, der Edathy den Wahlkreis streitig macht. Mit einem Seitenblick auf die Linkspartei, die SPD-Bewerbern Stimmen klaut, sieht Drewes "gute Chancen", den Bewerber durchzusetzen. Ein durchaus ambitioniertes Unterfangen. Bei der letzten Bundestagswahl am 18. September 2005 hatte Edathy den Wahlkreis mit 51,6 Prozent souverän gewonnen.

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