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Bürgermeister-Wahl: Wer tritt gegen Büttner an?

BAD MÜNDER. In gut zehn Monaten wird in Bad Münder gewählt: Bürgermeister Hartmut Büttner (SPD) muss im November (der genaue Termin steht noch nicht fest) seinen Posten verteidigen – für weitere sechseinhalb Jahre. Aber gegen wen? Die CDU hält sich bislang bedeckt, was ihren eigenen Kandidaten angeht.

Wahlkampf: Gegen wen tritt Hartmut Büttner (links, SPD) an? FOTO/MONTAGE: RATHMANN/MODLER
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Im NDZ-Check prüfen wir einige mögliche Varianten – und deren Wahrscheinlichkeit.

Hans-Ulrich Siegmund: Er ist der große Mann der CDU. Siegmund steht nicht nur an der Spitze von Kreis- und Stadtverband, sondern führt auch beide Fraktionen in Stadtrat und Kreistag. Die Erfahrung kann ihm also niemand absprechen. Er ist allerdings schon einmal im Rennen um das Bürgermeisteramt gescheitert – und zwar 2012, gegen eben jenen Hartmut Büttner, der nun wieder antritt. Fraglich also, ob Siegmund sich noch einmal in diese Konstellation wagt – zumal Büttner nach sieben Jahren im Amt noch bekannter ist als damals. Siegmund selbst hält sich bedeckt: Das Thema habe sich für ihn „noch nicht erledigt“, sagt er.

Kandidatur-Wahrscheinlichkeit: 4 von 10 Punkten.

Thomas Konior: Der Ratsherr und Schriftführer im Stadtverband gilt als politisch ambitioniert – und er bringt beruflich Verwaltungserfahrung mit (früher Stadt Springe, heute Landtag). Fraglich ist, ob er das grundsätzliche Risiko eingeht, das eine CDU-Kandidatur in der SPD-Hochburg Bad Münder mit sich bringt. Konior ist auch noch jung genug, um in einigen Jahren einen Anlauf zu wagen. Dazu kommt seine politische Vergangenheit: Wie angreifbar macht er sich im Wahlkampf als langjähriger Sozialdemokrat, dessen plötzlichen Wechsel zur CDU ihm auch Jahre später noch Genossen krumm nehmen? Konior sagt, er halte sich „alle Optionen offen“ – und werde vor allem private und berufliche Überlegungen in eine Entscheidung einfließen lassen.

Kandidatur-Wahrscheinlichkeit: 6 von 10 Punkten.

Dirk Barkowski: Bis vor einigen Monaten war der Beisitzer im Ortsverband Beber-Rohrsen stadtpolitisch in der Kategorie „ferner liefen“. Doch dann packte die CDU ihr ambitioniertes Wahlkampf- und Denkfabrik-Projekt „Bad Münder 4.0“ aus. Und stellte Barkowski organisatorisch an die Spitze der Kampagne, die eine Zukunftsvision für die Stadt entwickeln will. Eine Barkowski-Kandidatur würde ins Gesamtbild von „Bad Münder 4.0“ passen – nach dem Motto: Jetzt machen wir mal wirklich alles anders. Gegen ihn spricht allerdings seine Eigendarstellung als jemand, der wenig politische Ambitionen hat. Auf Nachfrage sagt Barkowski, er halte sich an die parteiinterne Vereinbarung, die Kandidatenfrage nicht zu kommentieren.

Kandidatur-Wahrscheinlichkeit: 3 von 10 Punkten.

Externer Kandidat: Und da wäre dann noch eine Variante, die führenden CDU-Politikern zufolge im Moment am wahrscheinlichsten ist – ein externer Kandidat. Also einer, der etwa aus einer anderen Landkreis-Kommune oder von noch weiter weg kommt. Häufig rekrutieren Parteien diese Kandidaten aus den Verwaltungsspitzen von Nachbarorten. Bestes Beispiel: Bürgermeister Hartmut Büttner, der bis zu seiner Wahl Bau- und Planungsamtsleiter in Hessisch Oldendorf war.

Nachteil dieser Variante: Der Kandidat hat nicht Zeit, um sich in die Themen der Stadt einzuarbeiten – und sich parallel beim Wähler bekannt zu machen. Büttner bringt dagegen die eigene Bekanntheit und so einen gewissen Amtsinhaberbonus ins Spiel. Und den Vorteil, dass er ab sofort jede Veranstaltung, jede Einladung, jedes Thema zum potenziellen Wahlkampf werden lassen kann. Die CDU muss dagegen ihrem externen Bewerber auch noch verkaufen, dass Bad Münder tendenziell eher SPD wählt. Und die Hürde so noch höher wird.

Kandidatur-Wahrscheinlichkeit: 7 von 10 Punkten.

Die Stars der Partei: Gleich drei Münderaner Christdemokraten sind auf Landesebene politisch aktiv: Neben Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sind das auch Vize-Regierungssprecher Gert Hahne und die Landtagsabgeordnete Petra Joumaah. Als Bürgermeister-Kandidaten hätten sie theoretisch einen riesigen Bekanntheitsbonus – praktisch wäre das Amt für sie alle wenig attraktiv und ein politischer Rückschritt.

Kandidatur-Wahrscheinlichkeit: 0,1 von 10 Punkten.



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