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Anwalt soll Daten prüfen / Ausfälle im Kraftwerk Veltheim und im Messcontainer "Auf der Lüchte"

Bürgerinitiative: Zweifel an Messergebnissen

Rinteln/Veltheim (wm). Die Bürgerinitiative "Saubere Umwelt ohne Müllverbrennung im Gemeinschaftskraftwerk Veltheim" will die aktuell vorgelegten Schadstoffmessungen in Kraftwerksnähe von ihrem Würzburger Fachanwalt überprüfen lassen. Das teilte jetzt Birgit von Lochow, Vorsitzende der Bürgerinitiative, mit.

Denn an der Messreihe, die im Messcontainer auf der Lüchte in Veltheim ermittelt worden sind, seien der Bürgerinitiative mehrere Unstimmigkeiten und Mängel aufgefallen. Fraglich sei auch, wie die Messungen grundsätzlich zu werten seien, denn in den ersten beiden Messquartalen seien Blöcke des Kraftwerkes abgeschaltet gewesen und Müll (heizwertreiche Fraktionen) nur in reduziertem Maße zugesetzt worden. Deshalb fordert die Bürgerinitiative eine Fortsetzung der Messreihe - ingesamt 18 Monate lang. Aber offensichtlich wolle sich die Kraftwerksleitung nicht mehr an die ursprüngliche Zusage halten und die Messreihe nach zwölf Monaten abschließen. Kritikübt die Bürgerinitiative auch an dem vorschnellen Urteil von Professor Wolfheim Bitter von der Fachschule Lippe/Höxter. Birgit von Lochow: "In einer sehr kurzfristig einberufenen Vorstellung der Messergebnisse des dritten Messquartals ist der Bürgerinitiative von Professor Wolfhelm Bitter wieder einmal auftragsgemäß versichert worden, die Luft ist sauber und man kann keinerlei Rückschlüsse auf einen Kraftwerksstandort ziehen." Bereits im Sommer 2007, von Bitter und seinem Team war gerade mal einige Wochen gemessen worden, habe der Professor vor der Presse schon einmal diese Aussage gemacht: Die Untersuchungen der Schadstoffe Quecksilber, Dioxine und Furane könne man einstellen, und überhaupt sei die Autobahn A 2 Hauptverursacher für die regionale Schadstoffbelastung. Eine Aussage, die Bitter jetzt Anfang Februar wiederholt habe. Für die Zeit vom 16. November bis 18. November hätten die Messungen zwar eine hohe Belastung von Schwebstaub und Stickstoffoxiden ergeben, aber die stammte, laut Bitter, nicht vom Kraftwerk. Woher sie sonst stamme, wisse er nicht. Birgit von Lowow: "An der Messreihe fallen außerdem Mängel auf." Nach einem Blitzeinschlag und Messausfällen im Sommer 2007 habe es auch im dritten Messquartal wieder "Schwierigkeiten" gegeben, so sei vom 22. September bis 1. November die Sammeleinrichtung für Staub ausgefallen. Wie schon auf der Kundgebung des jüngsten Sternmarsches prangerte Birgit von Lochow für die Bürgerinitiative an, dass sich die Geschäftsführer offensichtlich nicht an Absprachen mit der Stadt Porta Westfalica und der Bürgerinitiative halten: Statt der zugesagten 18 Monate soll aus Kostengründen nur 12 Monate gemessen werden. Und eine Aussage des Kraftwerkgeschäftsführers Jörg Röthemeier habe die Bürgerinitiative erstaunt. Röthemeier habe gegenüber der Bürgerinitiative erläutert, bislang sei die Müllverbrennung nur im Block 3 praktiziert worden. Obwohl auch für den Block 2 genehmigt, sei dort momentan noch nichts Konkretes geplant. Man wisse aber nicht, was der Markt in den nächsten fünf bis zehn Jahren brauche, so dass man sich nicht festlegen könne, schließlich sei man eine Art "Dienstleister". Von Lochow: "Bisher galt das GKV doch eigentlich als Stromerzeuger und nicht als Dienstleister im Bereich Müllverwertung".




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