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Bevölkerung soll bis 2015 auf 21 510 steigen / Aber 2006 erstmals wieder Verluste

Bückeburger sterben nicht aus - Statistiker erwarten Wachstum

Bückeburg/Hannover (tw). Autsch, das tut weh: Die Stadt hat im vergangenen Jahr Einwohner verloren. Die Zahl der Bückeburger sank bis 31. Dezember von 20 922 um 26 auf 20 896. Das ist zwar nicht dramatisch, wenn man bedenkt, dass die Stadt 30 Jahre zuvor sogar einen Verlust von 360 Einwohnern verkraften musste. Aber die jüngste Zahl unterbricht einen Trend. Denn seit der Jahrtausendwende hat Bückeburg stetig Einwohner hinzu gewonnen.

Haben auf absehbare Zeit in Bückeburg keinen Mangel an Spielgefä

Bleibt zu hoffen, dass der Rückgang die berühmte Ausnahme ist, welche die Regel am Ende trotzdem bestätigt. Denn glaubt man dem, was die "Rechenhirne" im Niedersächsischen Landesamt für Statistik prognostizieren, soll die Stadt Bückeburg in Sachen Einwohnerzahl eigentlich guten Zeiten entgegen gehen. Soll heißen: Die Hannoveraner sagen in ihrer Hochrechnung für 2010 einen Bevölkerungsstand von 21 216, für 2015 gar von 21 510 Bürgern voraus. Das wären dann 614 mehr als aktuell. Da dieses Plus angesichts sinkender Geburten über die "natürliche Vermehrung" aber nicht zu schaffen sein wird, muss sich die Stadt kräftig ins Zeug legen, um wenigstens beim Wanderungsgewinn, also der Zahl der Zuzüge, zu punkten. Wie die Statistiker zu ihrer - guten - Prognose für Bückeburg gekommen sind? Nun, um die Entwicklung der Einwohnerzahl abschätzen zu können, hat das Landesamt eine Projektion der Entwicklung der vergangenen fünf Jahre in die Zukunft vorgenommen; es nimmt also an, dass sich Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Wanderungsbewegungen bis 2010 respektive 2015 genauso entwickeln werden wie in den vergangenen fünf Jahren. So ergibt sich eine "bedingte Prognose": Wenn die Annahmen in der Zukunft so eintreten, dann kommt es zur vorhergesagten Entwicklung. Allerdings: Selbst wenn die Statistiker mit ihrer Prognose recht behalten sollten, wird Bückeburg 2015 noch immer gut 1000 Bürger weniger haben als 1972; das Jahr markiert mit 21 890 Einwohnern einen bis heute nie wieder erreichten Höchststand in der Geschichte der seit 1968 vom Landesamt ermittelten Daten. Tatsächlich ging es danach - konkret: zwischen 1973 und 1987 und damit über 15 Jahre (!) - mit der Bevölkerungszahl in Bückeburg ungebremst bergab. So muss die Stadt 1973 insgesamt 2336 Fortzüge beklagen; das ist die höchste jemals registrierte Zahl. Das Jahr 1987 stellt mit einem Gesamtbestand von - nur - 19 718 Bürgern denn auch den bisherigen und sich hoffentlich nie wiederholenden Tiefststand dar. Zwischen 1987 und 1993 kehrt sich die Entwicklung um, klettern die Einwohnerzahlen nicht zuletzt durch Zuzüge aus der (früheren) DDR binnen weniger Jahre auf 21 084. Im Jahre 1992 wächst die Bevölkerung dabei sogar so stark wie nie zuvor und bislang niemals wieder: Die Stadt verbucht einen Wanderungsgewinn von 555 Bürgern binnen eines einzigen Jahres. Danach sinkt Bückeburgs Einwohnerzahl bis zur Jahrtausendwende abermals. Als das Millennium gefeiert wird, zählt Bückeburg noch 20 629 Köpfe. Doch die Wende zum Besseren ist eingeleitet, dauerte eigentlich bis heute an. Fünf Jahre in Folge hat die Stadt (Ausnahme: 2003) mehr Bürger hinzu gewonnen als sie Verstorbene oder Fortgezogene zu beklagen hat. Doch wie die Zukunft für Bückeburg auch immer aussehen mag, eines wird in der früheren Residenz wohl für immer Geschichte bleiben: der Baby-Boom. 1969, zur schönsten Flower-Power-Zeit, erlebte die Stadt 299 Geburten; eine Zahl, die sie seit dem Tiefststand Mitte der achtziger Jahre auch nicht annäherungsweise wieder erreicht hat.

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