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Brunnen vor dem Museum Bad Münder untersucht

BAD MÜNDER. Nicht jede Schatzsuche ist von Erfolg gekrönt – das wissen die Mitglieder des Museumsteams, und doch: So ein klitzekleines Stück aus einem weit entfernt liegenden Jahrhundert hätten sie bei ihrer Brunnenbegehung vor dem Museum im Wettbergschen Adelshof doch gerne gefunden.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

So aber blieb es bei einem interessanten Nachmittag mit vielen neuen Erkenntnissen über das Bauwerk. Der Brunnen vor einem der markantesten historischen Gebäude hatte die Mitglieder des Museumsteams schon länger gereizt. Nicht nur, dass er im Vorgarten des zentralen Sitzes des Museums liegt, auch in der Literatur und in Quellen ist kaum etwas über den Brunnen zu finden. Und: Selbst Münderaner in fortgeschrittenem Alter erinnern sich an den Brunnen nicht anders als in abgedeckter Form. Grund genug für Historiker Dr. Kai Witthinrich vom Museumsteam, Mitstreiter für eine Brunnenöffnung samt Abstieg und Analyse möglicher Funde zu begeistern und die Planungen in Angriff zu nehmen. Erstes Problem: Wie hinunter gelangen? Hoch, sehr hoch stand Wasser im Brunnenschacht. Feuerwehrmitglieder erklärten sich bereit, das Museumsteam zu unterstützen. Während sie bei einer Probe im vergangenen Jahr Mühe hatten, den Brunnenschacht vom Wasser zu befreien, ging das am Sonntag problemlos. Zwei kräftige Tauchpumpen, rund eine halbe Stunde Zeit, und schon war zum ersten Mal Grund zu sehen – rund zehn Meter unter der Erdoberfläche. Unbekannt war allerdings, wie tief der Schlamm am Boden sein und was sich darin verbergen würde. Eine lange Leiter wurde hinuntergelassen, höhlenerfahrene Mitstreiter wie Ullrich Marx, aber auch Witthinrich selbst wagten, am Seil gesichert, den Abstieg. Unten wich die Euphorie schnell einer gewissen Ernüchterung: Nach der Beseitigung des Schlamms stießen die Forscher auf eine geschlossene Fläche. Einige alte Flaschen, ein paar Steine, keine außergewöhnlichen Funde. „Auch damit musste man rechnen“, erklärten Museumschef Michael Meier und Witthinrich.

Dafür gab es Gelegenheit, den Brunnen von innen zu dokumentieren und Material für weitere Forschungen zu sammeln. Und so wird sich vielleicht schon bald erhärten lassen, ob der Brunnen tatsächlich zu den ältesten Elementen auf der Adelshof-Parzelle zählt. Eine Vermutung: Er könnte schon vor dem Jahr 1260 angelegt worden sein, weil Brunnen zur Wasserversorgung einer Baustelle häufig zuerst gegraben wurden.

Letzte Öffnung zur Einrichtung
des Museums im Jahr 1971

Ganz unten: Ullrich Marx schickt im Eimer Schlamm nach oben.

Als das Museum 1971 von Gottfried Kastl und seinen Mitstreitern eingerichtet wurde, wurde der Brunnen zuletzt geöffnet. Damals schafften Feuerwehrpumpen es jedoch nicht, das Bauwerk wasserfrei zu machen.

Mit der Aktion am Brunnen nutzten Museumsmitarbeiter jetzt auch die Gelegenheit, den Brunnen neu zu verschließen. Dazu fertigten sie eine Abdeckung an, die, so kündigt Meier an, idealerweise durch eine Klappe ergänzt werden soll. „Dazu brauchen wir aber noch Unterstützung durch einen Schmied“, sagt er.



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