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Nachbarhaus muss entkernt werden

Brandschaden: Das volle Ausmaß wird erst nach und nach sichtbar

Bad Münder (jhr). Eine Woche ist es her, dass ein verheerender Brand im Eckhaus Lange Straße/Wallstraße wütete. Was die Flammen nicht vernichteten, wurde durch den notwendigen massiven Löscheinsatz stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Befürchtung vieler Passanten nun: Die Brandruine im Herzen der Stadt mit Bergen von Schutt vor dem Gebäude könnte noch lange erhalten bleiben.

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Die Befürchtungen werden durch die schwierigen Eigentumsverhältnisse des Hauses noch verstärkt: Für das Objekt hat das Amtsgericht Hameln mit Bernhard Fahs einen Rechtsanwalt als Zwangsverwalter eingesetzt. Am 12. Dezember soll es am Amtsgericht zur Zwangsversteigerung kommen. Dieser Termin stand allerdings schon deutlich von dem Brand fest. Auf 145 000 Euro wurde der Verkehrswert für Gebäude und Grundstück taxiert, wie einem Aushang im Rathaus zu entnehmen ist. Rechtsanwalt Fahs ist derzeit urlaubsbedingt für Auskünfte zum weiteren Vorgehen nicht erreichbar.

Probleme bereitet die aktuelle Situation aber nicht nur dem Bewohner der ausgebrannten Wohnung, auch in den angrenzenden Gebäuden wird nach und nach das ganze Ausmaß des Schadens deutlich. Elke Mönkeberg, Besitzerin des ebenfalls durch ein Übergreifen der Flammen betroffenen Nachbargebäudes, wurde in der Brandnacht von Polizisten aus ihrer Wohnung geholt – noch Tage später graut ihr vor den Erinnerungen an die Nacht. Bausachverständige und Gutachter reichen sich bei ihr derzeit die Klinke in die Hand – und deren Aussagen machen ihr nur wenig Mut: Durch das Löschwasser sind die Decken des alten Fachwerkhauses so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es total entkernt werden muss. Das Dach, vor gerade einmal vier Jahren mit neuen Dachziegeln versehen, muss auf einer Seite neu eingedeckt werden, das Feuer hat die Folie unter den Ziegeln wegbrennen lassen, ein Großteil der Ziegel ist durch die Hitze gesprungen.

Eng verknüpft mit dem Zustand des Hauses ist auch die Zukunft des Feinkostgeschäfts von Patrick Couvreur im Erdgeschoss. Durch Wasser und den Ausfall der Kühlung musste er seine eingelagerte Ware – Wurst- und Käsespezialitäten aus Frankreich und Italien – bereits komplett in der Müllverbrennungsanlage in Afferde entsorgen. Gestern wurde ihm bestätigt, was er bereits von Bausachverständigen gehört hatte: Für drei bis sechs Monate wird der Laden nicht zu nutzen sein. Couvreur sucht nun ein neues Geschäft. „Ich will in Bad Münder bleiben“, sagt er – obwohl andere Städte wie beispielsweise Springe bereits um das Fachgeschäft buhlen. Heute will er mit einem Stand vor dem Gebäude präsent sein.

Ihre Geschäftsräume im hinteren Teil des Brandhauses kann auch Sabine Starke nicht mehr nutzen. Am Morgen nach dem Brand stand die 53-Jährige vor „Sabines Nähstübchen“, das sie seit 1986 betreibt. Informiert hatte sie weder der Zwangsverwalter noch der ehemalige Besitzer des Hauses über das Feuer.

Notgedrungen verlegte sie den Betrieb zunächst in ihre Wohnung in Klein Süntel – und machte auf Empfehlung des Zwangsverwalters von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Am 24. September will sie an der Obertorstraße 10 neue Geschäftsräume beziehen.



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