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CDU/CSU-Fraktionsvize in Rodenberg

Bosbach besorgt über immer jüngere Straftäter

Rodenberg (bab). Wolfgang Bosbach, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ist beim CDU-Amtsverband Rodenberg zu Gast gewesen. Der Abgeordnete nahm Stellung zur Sicherheitspolitik und zur Entwicklung der Jugendkriminalität.

Christopher Wuttke (v.l.), stellvertretender Kreisvorsitzender d

Es sei sein erster Besuch in Rodenberg, verriet Bosbach den rund 50 Gästen, die im Rodenberger "Ratskeller" zum Vortrag gekommen waren. CDU-Landtagsabgeordneter Joachim Runkel wertete das als gutes Omen. Denn bei Runkels erstem Wahlkampfauftakt sei Bosbach ebenfalls dabei gewesen. Der Amtsverband, der seine Jahresversammlung abhielt, war ohnehin guter Dinge. Für Mitglieder und Besucher gab es Sekt. Die Rechnung übernahm Runkel, der zufrieden vom frisch verabschiedeten Landeshaushalt berichtete, welcher der "beste seit 35 Jahren" sei. Sekt beim Wahlabend sei jaüblich, sagte Bosbach, jedoch zum Auftakt eines Wahlkampfes für ihn neu. Dem Abgeordneten erschien die Rodenberger CDU sehr siegessicher. "Wenn man Favorit ist, muss man der Versuchung widerstehen, sich zurückzuziehen", riet er. Man müsse den Menschen sagen, worauf es ankommt, und dabei nicht nur Populäres tun. Bosbach bescheinigte der Landesregierung gute Arbeit. Ministerpräsident Christian Wulff sei ein Segen für das Land, und dessen Bilanz empfinde er als wohltuend. "Deshalb bin ich optimistisch." Mit Rückgriffen auf die deutsche und die Parteiengeschichte, viel Statistik und gewürzt mit Anekdoten umriss Bosbach die Sicherheitspolitik. In das Thema seines Vortrags "Innere Sicherheit in Zeiten der Bedrohung" wob er auch Beiträge zur Jugend- und Internetkriminalität. Mit rheinischem Frohsinn und zugespitzten Formulierungen entlockte der Bundestagsabgeordnete den Zuschauern sogar bei diesem ernsten Thema gelegentlich ein Lachen. Besorgt zeigte sich der Rednerüber immer jünger werdende Straftäter und die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, die zu einer "besorgniserregenden Verrohung" führen. "Mut zur Erziehung" wünsche er sich und diese müsse zu Hause beginnen. Bosbach gab aber zu bedenken, dass jugendliche Gewalttäter häufig selbst Opfer von häuslicher Gewalt gewesen seien. Als gutes Umfeld für die Entwicklung von Heranwachsenden machte Bosbach die Vereine aus, die besonders im ländlichen Raum viel für Kinder und Jugendliche täten. Auch wenn das manchmal belächelt werde, lernten die Mitglieder dort wesentliche Verhaltensweisen, die dem sozialen Miteinander dienten. "Die Kommunalpolitik darf die Vereine nicht alleine lassen", sagte der 55-Jährige seinen Parteifreunden in Rodenberg. "Alle, die ehrenamtliche Arbeit leisten, tragen zur Kriminalitätsbekämpfung bei." Historische Betrachtungen spielten bei seinen Abhandlungen zum Terrorismus ebenfalls eine Rolle. Bosbach verglich die Umstände der 1970er Jahre mit den derzeitigen Bedrohungen. "Es ist ein Glück, dass in Deutschland bis zur Stunde noch nichts passiert ist", sagte er angesichts der Aufdeckung von Terrorzellen in der Bundesrepublik. Bosbach hält die Online-Überwachung für notwendig. "Wir müssen mit der technischen Entwicklung Schritt halten", argumentierte er, da bei Planungen von Anschlägen immer konspirativer vorgegangen werde. "Die Terroristen wissen, wie verletzlich die offene Gesellschaft ist."

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