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Geologen untersuchen mächtiges Tier- und Pflanzensediment

Bohren für den Klimaschutz

Garding. Klimaforscher haben begonnen, die Nordsee-Halbinsel Eiderstedt anzubohren. Sie wollen unter dem Örtchen Welt bei Garding Erkenntnisse über die Klima- und Überflutungsgeschichte von Nordeuropa gewinnen. Die Bohrkerne enthalten ein Klimaarchiv der vergangenen 500 000 Jahre. Das könnte zeigen, wie das heutige Klima in langfristigen Zusammenhängen einzuschätzen ist und wie sich künftige Klimaveränderungen auf die Küstenregion auswirken werden.

Autor:

Wolfgang Runge

Voraussetzung für eine solche Klimauntersuchung ist ein tiefer See mit möglichst kontinuierlichen Schichten, die eine Altersbestimmung ähnlich den Baumringen erlauben. Da es in Nordeuropa keine tiefen eiszeitlichen Seen gibt, kann ein solches Becken nur in den Randsenken der Salzstöcke gefunden werden. Nach geophysikalischen und geologischen Voruntersuchungen hatten sich die Experten Welt als Bohrplatz ausgesucht. Dort befindet sich der Gardinger Trog mit seinen mächtigen Gesteinsschichten am Rande des Salzstocks Oldensworth. Er ist nach Einschätzung der Geologen Deutschlands vollständigste Sedimentabfolge mit Tier- und Pflanzenresten. Pro Jahr lagerten sich hier im Schnitt 0,2 Millimeter Material ab. An den magnetischen Eigenschaften der Schichten lassen sich Warm- und Eiszeiten unterscheiden. Durch die Lage an der Nordseeküste können auch Rückschlüsse über die Höhe des Meeresspiegels gezogen werden. An den Untersuchungen sind die Universitäten Mainz und Lüneburg sowie das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover beteiligt.

Franz Binot vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover am Bohrloch. In 350 Metern Tiefe werden Erkenntnisse zur Entwicklung des Klimas erhofft. Foto: dpa




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