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Brasilianischer Bogenbauer zu Gast beim Bogen-SC-Weserbergland

Bogenbau als Kunsthandwerk

FISCHBECK. Der Bogen-Sportclub Weserbergland konnte jetzt den Inhaber der Bogenmanufaktur RD-arqueria, Raul Duwe, auf dem Sportgelände im Stift Fischbeck begrüßen.

Raul Duwe erläutert einem Mitglied vom Bogen-Sportclub Weserbergland die Fertigungsschritte. ul

Mit dabei war auch Jens Weber, der Partner dieser Bogenbaumanufaktur. Raul Duwes handgefertigte Bögen sind in der Szene der traditionellen Bogensportler bereits ein Begriff.

Der ehemalige Bosch-Ingenieur aus Sao Paulo mit deutschen Wurzeln hat den Bogensport in Brasilien mit aufgebaut und sich durch sein sportliches Interesse immer mehr für das Material der Bögen interessiert. Handwerklich begabt und mit der Vielfalt der tropischen Hölzer umgeben, machte er schließlich sein Hobby zum Beruf. Er wagte 2014 im brasilianischen Curatiba den Sprung in die Selbstständigkeit im Alter von 40 Jahren. Der Vater von drei Kindern ist jetzt nach Deutschland gezogen, er verspricht sich hier im Weserbergland, der Herkunft seines Vaters, einen guten Standort für die Fertigung und den Vertrieb seiner handgefertigten Langbögen und Jagdrecurves.

Im Bogensport werden die technischen Bögen wie Compoundbogen und Olympischer Recurvebogen, auch Systembögen genannt, von den überwiegend aus Holz und Bambus gefertigten traditionellen Bögen unterschieden. Technische Bögen haben durchweg ein Visier, dazu stabilisierende Anbauteile und sind in der Regel aus Aluminium, Carbon und Kunststoff-Verbundwerkstoffen gefertigt. Diese Bögen erreichen auch auf weiten Entfernungen eine hohe Präzision, die im Visier, und auch den verwendeten Werkstoffen, begründet ist. Gefertigt werden die Komponenten auf CNC-Fräsen in großen Stückzahlen.

Traditionelle Bögen, wie sie Raoul Duwe individuell fertigt und vertreibt, sind aus Holz, teils schichtverleimt, oft mit Bambus an den Wurfarmen gefertigt. Carboneinlagen in den Wurfarmen werden nur auf speziellem Kundenwunsch hinzugefügt. Diese Bögen werden entweder „über die Hand“ oder eine kleine Auflage, die ins Bogenfenster geschnitten ist, das Shelf, geschossen. Damit stehen diese Bögen in direkter Linie zu ihren historische Vorgängern, den englischen Langbögen und skythischen Reiterbögen. Jeder dieser Bögen ist ein Unikat, auch bei gleicher Bauweise gibt es durch den Werkstoff Holz individuelle Unterschiede im Gebrauch.

Bei diesen Bögen wird weniger „gezielt“, eher intuitiv nimmt der Bogner das Ziel auf und findet die richtige Position für den Pfeil vor dem Schuss. Viel Übung und das Beobachten des Pfeilfluges sind Grundlage für erfolgreiches Treffen.

Die handwerkliche Kunst, die geeigneten Hölzer zu finden, ihre Ver- und Bearbeitung sowie anschließend das Zusammenfügen zu einem gestalterisch perfekten, und gleichzeitig sportlich belastbaren Bogen ist Raul Duwe gegeben. Eine Vielzahl von Hölzern in allen Farbschattierungen lassen keine Wünsche offen. Und die Gelegenheit, diese Bögen nicht nur in die Hand nehmen zu können, sondern auch ausgiebig zu testen, ließen sich die Mitglieder und Gäste beim Bogen-SC Weserbergland nicht nehmen.



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