×
Spurensicherung in Unterführung

Böllerexplosion legt Bahnverkehr 30 Minuten lahm

Haste (fox). Das Fachkommissariat I (FK I) der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg ermittelt gegen einen oder mehrere unbekannte Bombenbauer. Diese hatten am Dienstagabend gegen 21 Uhr in der Bahnunterführung im Haster Wald eine Rohrbombe zur Detonation gebracht. Menschen sind bei der Explosion zwar nicht zu Schaden gekommen, jedoch ist der Bahnverkehr auf der Strecke Haste-Wunstorf vorsorglich für rund 30 Minuten gesperrt worden.

Ein lauter Knall hallt am Dienstagabend durch den Haster Wald. Ein Jäger hat den Finger jedoch nicht am Abzug gehabt. Wie FK I-Leiter Martin Lange mitteilt, habe jedoch ein Jagdberechtigter die Explosionsgeräusche vernommen, sei sofort zum Tunnel geeilt und habe dort zwei weitere bombenähnliche Sprengkörper entdeckt. "Dieser Zeuge hat sofort die Polizei verständigt", berichtet Lange. Polizeibeamte aus Bad Nenndorf eilen zur Fundstelle, gleichzeitig rückt ein Sprengkommando der Bundespolizei aus, das die Rohrbomben durch gezielte Zerstörung entschärft. Der Bahnverkehr wird vorsorglich für rund 30 Minuten gesperrt, die Spurensicherung des Kriminalermittlungsdienstes (KED) nimmt Gipsabdrücke von Fußspuren in dem matschigen Waldweg. Gestern Mittag ist Lange mit Beamten des Bad Nenndorfer Kommissariats sowie zwei Sprengstoff-Ermittlern des Landeskriminalamtes (LKA) noch einmal am Fundort zusammengekommen. Akribisch suchen die KED-Männer die Tunnelwände ab, finden weitere Bruchstücke der detonierten Rohrbombe. In einer Einsatz-Kiste liegen Röhrchen mit Wattestäbchen zur Sicherung von DNS-Spuren. Dass diese zum Einsatz kommen, schließen die Polizisten nicht aus. Sie sagen, dass es sich dabei um "übliches Einsatzmaterial" handelt. "Wir schließen einen politischen Hintergrund aus", sagt Lange. Ausgeschlossen ist aber nach Polizeiangaben auch ein "Dummer-Jungen-Streich". Denn, wie der LKA-Sprengstoffexperte Peter Pfeiffer erläutert, hätten aus der Explosion der Rohrbomben folgenschwere Verletzungen resultieren können. Zwar sei die Sprengladung letztlich zu gering gewesen, um den Tunnel im Haster Wald zu beschädigen, "wenn man bei der Detonation Splitter davon abbekommt, kann es übel enden", meint Pfeiffer. Zur Bauart will sich der FK I-Leiter nichtäußern - um Nachahmern keine Bauanleitung zu liefern. Nur so viel sagt die Polizei zu den Rohrbomben aus dem Haster Wald: Es sind offensichtlich größere Böller zum Einsatz gekommen. "Schwarzpulver ist gefährlich", warnen Pfeiffer und Lange. Die Reaktion sei unberechenbar und das Verhalten, anders als bei Bergbau-Sprengstoff, instabil. Was den Böller-Bombern blüht, wenn sie gefasst werden, dazu hat Lange gestern schon mal einen kleinen Vorgeschmack geliefert: "Es handelt sich dabei um die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion", sagt Lange. "Dies erfüllt einen Verbrechenstatbestand - darauf gibt es mindestens ein Jahr."




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt