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Blutspuren im Müll

Bad Münder/Hilligsfeld. Die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen – sie wäre gestern vielen Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei aus Hannover lieber gewesen. Bei sommerlichen Temperaturen durchsuchten sie den stinkenden Hausmüll der Kernstadt Bad Münder nach Spuren, die auf den Täter im Mordfall des 54-jährigen Uwe H. deuten.

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50 Tonnen Abfall waren auf dem Areal des Entsorgungsparks bei Hilligsfeld abgekippt worden – Abschnitt für Abschnitt arbeiteten sich 60 Bereitschaftspolizisten in Schutzanzügen vor. „Fünf große Haufen wurden gebildet. Was durchsucht ist, wird mit einem Radlader weggeschoben“, erklärte Polizeisprecher Jörn Schedlitzki das Vorgehen. „Es ist ein ekelhafter Gestank hier, einfach widerlich“, erklärte Polizeihauptkommissar Max Bruns, Zugführer der Bereitschaft. Aber die Arbeit sei wichtig, sie müsse gemacht werden.

Hauptkommissar Schedlitzki erläuterte am Abend, dass bei der Durchsuchung des münderschen Mülls unter anderem nach Kleidung gesucht wurde. Und tatsächlich stellten die Polizisten eine Hose sicher, die „Anhaftungen“ aufwies. Ob es sich dabei um ein Beweisstück handelt, das die Mordkommission den ersehnten entscheidenden Schritt weiterbringt, ist aber noch nicht klar. „Zunächst steht nun die gentechnische und molekulare Untersuchung an“, sagt Schedlitzki. Dem Vernehmen nach soll es sich bei den Anhaftungen um Blut handeln.

Zur Auswertung der Spuren wird die Hose in das Labor des Landeskriminalamtes geschickt. Mit einem schnellen Ergebnis rechnet Schedlitzki nicht. „Leider gibt es nur in Fernsehserien wie CSI Ergebnisse in wenigen Stunden.“ Allerdings spiele die Zeit in diesem Fall auch nur eine untergeordnete Rolle, da die Spuren gesichert seien. „Die Schlinge zieht sich langsam zu“, sagt ein Mitglied der Mordkommission.jhr/ube



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