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Bluesige Botschaften eines Weltmusikers

Hubert von Goisern begeistert 1100 Fans im Capitol

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Der Durst nach immer wieder neuen musikalischen Herausforderungen scheint bei Hubert von Goisern noch lange nicht gestillt. Die Neugier und das Welten-Erkunden hält sich jedoch seit Jahren in Grenzen – „Die Reisen passieren halt, planen tue ich sie nicht mehr“, so von Goisern.

Vor dem Capitol stehen kleine Gruppen, die sich aufgeregt über das bevorstehende Konzert des Alpenrockers unterhalten. Einige tragen Krachlederne, und man bekommt das Gefühl, dass hier nicht einer der erfolgreichsten musikalischen Botschafter Österreichs aufspielt, sondern ein Konzert einer Trachtenkapelle stattfinden wird.

„Oan zwoa drei“ hieß es wenig später, als von Goisern den Startschuss zu seinem zweistündigen Konzert gab. Der Sänger und Multiinstrumentalist war unter anderem gekommen, um Titel seines aktuellen Albums „Federn“ vorzustellen, das am 8. Mai dieses Jahres veröffentlicht wurde.

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Los ging’s mit „Alle 100 Jahr“ – der Song, geprägt von vorsichtigen Jodlern, verführte die ersten weiblichen Fans zu einem Tänzchen vor der Bühne. Bei „Es ist wahr“ (Jambalaya) wurde dann auch schon ordentlich mitgesungen – man kannte die Originalversion des Hank Williams Songs aus dem Jahr 1952, der zur Südstaaten-Hymne avancierte.

Eigentlich wollte von Goisern bei seiner Reise in den Süden Amerikas Brücken bauen und Vorurteile überwinden, stattdessen hätten sich seine Vorurteile nicht nur bestätigt, sondern sogar potenziert. „Die wollten „Amazing Grace“ einfach nicht mit mir spielen. Sie kannten zwar den Song, aber als Katholiken verachteten sie die Protestanten-Hymne“, erklärte von Goisern dem Publikum, das sich dennoch wenig später an seiner Version „So a Segen“ mitsummend erfreuen konnte.

„Eine Hammer-Band, nicht wahr“, freute sich der Weltmusiker und präsentierte mit gleichem Atemzug seine musikalischen Mitstreiter, bei denen insbesondere der Pedal-Steel-Gitarrist Bob Bernstein aus Kalifornien herausragte. Die Verbindung von Lap-Steel mit Goiserns Jodlern und Knopfakkordeon bereicherte das Klangbild der Band von Song zu Song.

Von Goisern kehrte mit einem „Haufen Blues“ aus den Staaten zurück, ließ ihn vor allem bei „Am hellichten Tag“ aus seinem Instrument fließen – unterstützt wurde er dabei von dem ausgezeichneten Gitarristen Severin Trogbacher. Der bekam dann nach seinem Solo auch einen tosenden Zwischenapplaus. Überhaupt überzeugte die Band gleich mehrfach bei Blues-Stücken wie „I bin ganz alloan“ oder „I hab den Blues“.

Obwohl der musikalische Austausch bei seiner Reise in den Süden Amerikas nicht so recht seinen Vorstellungen entsprach, kehrte der Österreicher jedoch mit genügend Songmaterial von seinem Trip zurück. Dem Publikum hat es gefallen, was der Volksmusik-Erneuerer zu seinen Fans rüberbringen konnte – und das macht er noch immer in einer Perfektion wie kaum ein anderer.



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