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Blick auf die goldenen Zeiten des Schiffbaues

BODENWERDER. Vor 117 Jahren begann der Schiffbau in Bodenwerder.

In den Zeiten der Hochkonjunktur war die Arminiuswerft GmbH, später Arminius-Werke GmbH, mit über 300 Mitarbeitern eine der führenden Werften, die etwa 320 Neubauten mit einer Tragfähigkeit bis 1500 t bis 1962 fertigstellte. Da die Schiffe im Laufe der Zeit immer größer wurden, erwies sich die Schleuse in Hameln als ein Nadelöhr, die Transporte wurden immer schwieriger. So entschlossen sich die Gesellschafter 1986, den Schiffbau von Bodenwerder zur Emdener Cassens-Werft zu verlagern. Im Dezember 1988 stellte die Arminiuswerft GmbH den Betrieb ein. Im Frühjahr 1989 beschlossen neue Gesellschafter eine Fortführung der Werft unter dem Namen Arminius-Werke GmbH. Die neue Werft spezialisierte sich, da der Binnenschiffbau rückläufig war, auf den Bau von Küstenmotorschiffen, die überwiegend für eine russische Reederei gebaut wurden. In dieser Zeit lief ein Joint-Venture mit einer russischen Werft. Wegen fehlender Aufträge wurde die Schiffswerft in Bodenwerder allerdings im Jahr 2000 geschlossen. Davon betroffen waren rund 200 Mitarbeiter. Im Jahr 2014 kamen der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Gustav Gruppe, Dirk Pfaff und Karl-Heinz Teiwes auf die Idee, ein jährliches Treffen der ehemaligen Arminiuswerftler zu organisieren. Seit November 2014 treffen sich die ehemaligen Arminiuswerft Mitarbeiter, von denen manche schon vor 50 bis 60 Jahren bei der Arminiuswerft aufgehört haben, jährlich einmal im November zum Grünkohlessen. Auch bei ihrem sechsten Meeting am 16. November 2019, zeigten sich nach so vielen Jahren die Verbundenheit zu ihrer Werft und ließen die goldenen Zeiten des Schiffbaus aufleben und erinnerten an das eine oder andere Schiff, das sie gebaut hatten. Die Organisatoren Dirk Pfaff und Winfried Rieger konnten diesmal 40 ehemalige Kollegen zum Treffen im Landgasthaus Hoffmeister in Hehlen begrüßen und freuten sich, dass Hermann Meyer mit seinen 93 Jahren, wie bei jedem Treffen, den Weg zu seinen alten Kollegen gefunden hat. Es wurde bedauert, dass einige Senioren diesmal nicht dabei waren. Große Wiedersehensfreude herrschte bei den Kollegen Reinhard Kulbe, Dirk Bild, Horst Düe, Jakob Vocht und Dirk Pfaff, Hilmar Fricke und Michael Schwarz, die im Jahr 1992 im Rahmen eines Joint-Ventures der Arminius-Werke Bodenwerder und einer russischen Werft in Petrozavosk (am Onega-See) eingesetzt waren. In Russland wurde 1992 eine Firma namens „Onega-Arminius- Shipbuilders“ gegründet und von da ab wurden in Bodenwerder Materialpakete zusammengestellt, in Container verpackt und nach Russland verschifft. So wurden in Bodenwerder und auch in Russland baugleiche Küstenmotorschiffe gebaut. So sind über einige Jahre Kollegen aus Bodenwerder auf der Werft in Russland eingesetzt worden. Ebenso arbeiteten russische Kollegen in Bodenwerder.kht

Die ehemligen Schiffbauer erinnern sich bei leckerem Grünkohl gern an ihre gemeinsamen Arbeitszeit in Bodenwerder. FOTO: KHT



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