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Bleibt Bad Münder Breitbandwüste?

BAD MÜNDER. Detlef Olejniczak ist wütend. Der Ortsbürgermeister der Ortschaften Flegessen, Klein Süntel und Hasperde bleibt auch künftig vom schnellen Internet ausgeschlossen. „Ich habe heute einen DSL-Test meines Telekom-Anschlusses durchgeführt: Download 16,36 und Upload 9,7 Mbit/sec“, teilt er mit.

Viele Ortsteile sind immer noch unterversorgt. Foto: dana

Autor

Christoph Huppert Reporter

Mit diesen Werten liegt er deutlich unter der vom Landkreis und der Ausbaufirma htp aufgrund rechtlicher Vorgaben festgelegten 30 Mbit/sec-Schwelle.

Wie Flegessen, Hasperde und Klein Süntel sind sämtliche Ortsteile von Bad Münder bis auf Brullsen vom geplanten Glasfaserausbau unberührt. „Von wegen durchs Internet flitzen, wie der Landrat verspricht. Wir bleiben Breitbandwüste“, klagt Olejniczak und präsentiert eine lange Liste von Firmen und Privatleuten, die er befragt hat. Auch von denen erreichen viele die 30 Mbit/sec-Marke nicht.

Mit einem Antrag hat sich die CDU-Kreistagsfraktion jetzt direkt an den Landrat gewandt. Der solle „darauf hinwirken, dass gesetzliche Hürden wie zum Beispiel die 30 Mbit/sec-Grenze von Bund und Land ausgeräumt werden und der gesamte Landkreis flächendeckend mit Glasfasertechnologie versorgt wird.“ Der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Hans-Ulrich Siegmund aus Bad Münder, meint: „Es kann nicht sein, dass ganze Ortsteile mit insgesamt zirka 3000 Haushalten vom bezuschussten und mit Steuermitteln finanzierten Breitbandausbau ausgeschlossen sind.“

Landkreis, Land und Bund könnten „diese Ungleichbehandlung nicht zulassen“, heißt es im Antragsschreiben.

Der Landkreis sei einen „besonderen Weg“ gegangen, so Bürgermeister Hartmut Büttner und attackiert ebenfalls die Telekom. Die habe als Mitbewerber eine technisch zügige und moderne Entwicklung bislang „verhindert und erschwert“. „Die wollten die Entwicklung im Landkreis unterlaufen“, ist er sich sicher.

Büttner, der selbst betroffen ist, rät Bürgern in jedem Fall bei der Firma htp ihr Interesse am Glasfaserausbau zu bekunden. Eine Technik, die die Telekom nicht anbietet. Dort setzt man noch immer auf den DSL-Standard. CDU-Ratsherr Michael Grote aus Eimbeckhausen ist vom Fach. „Glasfaser ist das Konzept der Zukunft, ein sehr innovatives Konzept“. Der Vorteil neben dem möglichen Gigabit-Standard: Up- und Download-Geschwindigkeiten sind gleich. „Gerade angesichts der zunehmenden Datenspeicherung in Clouds immens wichtig“, so Grote.

Die Betroffenen müssten sich aber selber kümmern. „Was für eine Geschwindigkeit steht in meinem Vertrag? Wie hoch ist sie tatsächlich? Was ist gegen Aufpreis bei meinem Provider möglich?“ sind Fragen, deren Klärung jeder angehen sollte. Wie Büttner rät auch Grote zur vorsorglichen Interessenbekundung an einem Glasfaseranschluss. Auch wenn die derzeitige Versorgung angeblich über 30 Mbit/sec läge. Formulare dazu gibt es beim Bürgermeister.



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