weather-image
Möller-Gemälde im Galerie-Café / Große Motive und Surrealistisches

"Blanke Dame" und Tomaten

Luhden (sig). So klar und fest umrissen in Farben und Formen sind relativ selten Bilder, die im Luhdener Galerie-Café ausgestellt werden. Viele Anhänger der Malkunst entscheiden sich eher für weiche, fließende Motive. Der 44-jährige Thomas Möller aus Luhden zeigt jetzt dort bis zum 31. Mai einen Ausschnitt aus seinem Schaffen, und zwar überwiegend realistische Darstellungen. Er leugnet aber auch seine Neigung zu surrealistischen Ideen nic ht.

Auffallend das Ebenmaß der Farbflächen. Da ist keinerlei Struktur zu erkennen. Mit feinen Haarpinseln erfolgt der Auftrag, und zwar Freihand und nicht etwa mit Schablonen. Als Vorlagen dienen in der Regel selbst geschossene Fotos, bei denen sich während des Malvorganges nicht die Lichtverhältnisse ändern, wie das draußen im Freien nun einmal Realität ist. Eine Schaufensterpuppe mit roten Lippen, die ein Timmendorfer Modegeschäft ausgestellt hatte, nahm Thomas Möller ebenso als Vorlage wie eine Tomate, die er gleich in vier Farben nebeneinanderstellte. Das blaue Exemplar allerdings ist eine fiktive Ergänzung. Präzise wie eine große Reproduktion sieht das Mensch-ärgere-dich-Spiel aus, das jetzt ebenfalls im Galerie-Café zu besichtigen ist. Porträts, Pferdeköpfe und Comic-Figuren zählen sonst auch zu seinen Werken, aber die sind hier nicht dabei. Dafür zeigt Thomas Möller zwei gleiche menschliche Gesichter, die ineinander verschmelzen. Zu den surrealen Motiven gehört ebenso das Gemälde, das einen Tropfen darstellt, der aus dem Meer emporsteigt und zum Planeten wird. Eine Frauengestalt mit blankem Hinterteil umfasst ein Cello - was er sich dabei gedacht hat, verschweigt der Maler. Im Allgemeinen ist es ja so, dass die Musik jemanden anzieht, aber nicht gerade auszieht. Der spanische Maler Salvadore Dali sei eigentlich sein Vorbild, erklärte Thomas Möller. Aber das kann nur für den surrealistischen Anteil seines Schaffens gelten. In erster Linie arbeitet der Luhdener in Öl; es gibt aber auch Beispiele einer Mischtechnik aus Acryl- und Ölfarbe. Möller: "Bis auf einen Exkurs in der Kunstschule für Bildende Künste in Braunschweig kann ich mich als Autodidakt bezeichnen, aber ich habe mich im Laufe der Jahre in den verschiedenen Techniken weiterge- bildet." Dafür sind seine Werke absolut sehenswert. Beruflich engagiert er sich auf einem ganz anderen Feld. Er war 17 Jahre lang Leiter eines Senioren-Pflegeheims. In den nächsten Wochen startet er in Luhden mit einem ambulanten Pflegedienst.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt