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Der klassenhöchste Schiedsrichter aus Schaumburg leitet seit Saisonbeginn Spiele in der Oberliga

Björn Förster träumt vom Aufstieg in die Regionalliga

Fußball (jö). Björn Förster hat im letzten halben Jahr einen ganz großen Schritt gemacht. Als bester Schaumburger Schiedsrichter leitet er seit dem Sommer Spiele in der Oberliga. Der 25-Jährige kam in eine völlig neue Welt. "Das Spieltempo, die versteckten Fouls, die versuchten Manipulationen - all das findetin der Oberliga auf einem ganz anderen Niveau statt. Der Sprung von der Niedersachsenliga in die Oberliga war immens."

Björn Förster ist seit elf Jahren Schiedsrichter. Foto: ph

Der Mathematik- und Chemie-Student fing schon im zarten Alter von 14 Jahren mit der Schiedsrichterei an. Mit einer Gruppe mehrerer Jugendlicher aus seinem Heimatverein Schwarz-Weiß Enzen machte er die erste Ausbildung. In den ersten Jahren liefen Fußballspiel und Schiedsrichterei parallel. Erst als er sich in einem Fußballspiel, in dem er nur aushalf, ein Bein brach, konzentrierte er sich fortan auf eine Karriere als Schiedsrichter. Mit 17 hatte er bereits sein erstes Kreisligaspiel geleitet. Danach machte Björn Förster einen Durchmarsch bis in die Landesliga. Durch den Beinbruch entstand ein Jahr Pause. "Im Nachhinein war das gar nicht schlecht", erkennt er heute, "ich bin in dieser Zeit reifer geworden." In der Niedersachsenliga überzeugte er drei Jahre, ehe er im letzten Sommer den erhofften Aufstieg in die Oberliga schaffte. Nebenher ist er seit drei Jahren Assistent von Tobias Helweg in der A-Junioren-Bundesliga. Doch wie waren die konkreten ersten Erlebnisse in der Oberliga? Schließlich sind viele Spieler älter als er. "Das alles war für mich zu Beginn sehr aufregend", bekennt er unumwunden, "es macht auf jeden Fall einen Riesenspaß." In der Oberliga bleibt bei den Schiedsrichtern praktisch nichts unbeobachtet. Wenn Björn Förster Glück hat, bekommt er in seiner erstenSaison acht oder neun Spiele zugeteilt. Da ein Schiedsrichter ähnlich häufig beobachtet wird, steht er in der Oberliga quasi permanent auf den Prüfstand. Keine Fehlentscheidung und kein schwacher Tag bleibt unentdeckt. Björn Förster bekennt sich dazu, dass auch Schiedsrichter einer Tagesverfassung, ja sogar länger anhaltenden Formkrisen unterliegen. Es besteht sogar die Möglichkeit, darum zu bitten, keine Ansetzungen zu bekommen, wenn man in einer Krise steckt, ausgelöst etwa durch Schicksalsschläge oder anderweitigen Stress. Für den Aufstieg entscheidet die Leistung. "Man braucht aber auch Glück, ein vernünftiges Umfeld und auch Fürsprecher", sagt Björn Förster. Das schönste Erlebnis hatte Björn Förster in seinem ersten Oberligahalbjahr in Hamburg beim Spiel von Altona 93 gegen Hannover 96 II vor etwa 800 Zuschauern. Björn Förster spürte, dass er einen guten Tag hat und leitete das Spiel gut. Bei Hannover 96 spielte Richard Golz mit, Ersatztorwart im Bundesligateam und fast zwei Jahrzehnte im Profigeschäft (HSV, Freiburg) dabei. Er suchte nach dem Schlusspfiff den Kontakt zu Björn Förster und meinte: "Starke Leistung Schiri, wenn in meinen Jahren bloß alle so souverän und zurückhaltend gepfiffen hätten." Doch wie geht es weiter mit der Karriere von Björn Förster? Dazu bemüht er eine häufig verwendete Trainerfloskel, die seiner Meinung nach auch absolut auf Schiedsrichter zutrifft: "Ich denke nur von Spiel zu Spiel." Ähnlich wie bei einem Spieler kann Björn Förster nicht prognostizieren, wie hoch es hinausgeht. In der Spitze wird es bekanntlich immer enger. "Vielleicht ist in der Oberliga Schluss, vielleicht steige ich noch einmal auf. Das wäre traumhaft." Ein konkretes Ziel definiert er aber: "Ich möchte eines Tages Spiele der A-Jugend-Bundesliga leiten", sagt er.

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