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Vor Gericht: Hotelrechnungüber 64 Euro nicht bezahlt

Bitte um Strafe wird sofort erfüllt: Zwei Monate Haft für Betrüger

Bückeburg (ly). "Verurteilen sie mich in genau dieser Höhe. Bitte." Derart nachdrücklich ersuchen Angeklagte eher selten um eine angemessene Sanktion. Wer so nett bittet: Zwei Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung - mehr konnte Richter Armin Böhm für einen Betrüger aus Minden vor dem Bückeburger Amtsgericht nicht tun.

Mit "dieser Höhe" hatte der 61-Jährige den entsprechenden Antrag von Staatsanwalt Dr. Markus Schreiber gemeint. Verurteilt wurde der Weserstädter vom Amtsgericht, weil er sich im August vergangenen Jahres für eine Übernachtung in einem Bückeburger Hotel einquartiert hatte, ohne zu bezahlen. Er hinterließeine unbezahlte Rechnung über 64 Euro. Vorsichtshalber hatte der Gast sich unter falscher Anschrift eingenistet. Womöglich bleibt es nicht bei den zwei Monaten Knast, denn vielleicht legt das Amtsgericht Minden demnächst noch einmal nach. Dort muss sich der Angeklagte demnächst verantworten, dem Vernehmen nach erneut wegen Betruges. Zurzeit sitzt er in Haft, weil er einen Verhandlungstermin vor dem Mindener Gericht geschwänzt hatte. Zwei längere Haftstrafen in der Vergangenheit haben ihn offenbar nicht sonderlich beeindruckt. So war der Mindener im September 1994 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Damals ging es um mehr als 100 Fälle von Untreue. Später setzte es wegen fortgesetzten Betruges noch einmal zwei Jahre und acht Monate Haft, aus der er im Juli 2005 entlassen wurde. Darüber hinaus gehen weitere Verurteilungen nach Betrügereien auf das Konto des Mannes. Insgesamt stehen sieben Eintragungen in seinem Strafregister. Vor dem Amtsgericht in Bückeburg verhielt sich der 61-jährige Mindener geradezu vorbildlich. "Die Tat räume ich voll ein", erklärte er gleich zu Beginn der Verhandlung. Sein etwas geheimnisvolles Motiv: "Es hat Dinge gegeben, mit denen ich nicht fertig wurde. Da bin ich ausgebrochen. Ich kann mich dafür nur entschuldigen und um Milde bitten." Dennoch: "Sein Vorleben spricht nicht für den Angeklagten", so Richter Böhm. "Ich habe nicht die Hoffnung, dass er ohne weiteres ein straffreies Leben führen wird." Bewährung gehe nicht, wie auch Staatsanwalt Schreiber meinte. Vielmehr sei eine Haftstrafe unabdingbar - "zur Verteidigung der Rechtsordnung", so die einhellige Meinung.



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