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Mannschaftswagen zu teuer - Bürgermeister wirbt im Ausschuss um Verständnis bei den Feuerwehren

"Bitte nehmen Sie Abstand von der Investition"

Rinteln (who). Es war eine verhältnismäßig lange und bewegte Sitzung: Im Feuerschutzausschuss ging es um Anträge der Feuerwehr für Anschaffungen, die zwar wünschenswert sind - "aber nicht bezahlbar". Deutlich hat sich Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gegen die geforderte Investition ausgesprochen.

Der Arbeitskreis zurÜberarbeitung der Ersatzbeschaffung von Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Rinteln hatte sich unter anderem für die Beschaffung zweier zusätzlicher Mannschafts-Transportwagen für den Transport von Jugend- und Kinderfeuerwehren ausgesprochen. Gesamtpreis: rund 50 000 Euro. Ratsfrau Antje Rinne von der WGS hatte dazu einen besonderen Vorstoß unternommen mit der Begründung, die zusätzlichen Fahrzeuge seien nötig, um die Rahmenbedingungen für die Jugend- und Kinderarbeit zu gewährleisten. Für Stadtbrandmeister Friedel Garbe ein Anliegen, das sich mit der Sicht der Feuerwehr decke: "Der Nachwuchs kommt fast nur noch ausschließlich aus den Jugendfeuerwehren." Darüber hinaus hielten Nachbargemeinden solche Fahrzeuge für die Jugendarbeit vor. "Grundsätzlich wünschenswert" nannte Bürgermeister Buchholz, der seit vielen Jahren erstmals wieder an einer Feuerschutzausschuss-Sitzung teilnahm, den Wunsch nach zwei Mannschaftstransportwagen. Vor dem Hintergrund der derzeitigen finanziellen Möglichkeiten der Stadt Rinteln appellierte er in unmissverständlicher Offenheit: "Ich bitte Sie, von einer solchen Anschaffung Abstand zu nehmen, das können wir uns nicht mehr leisten." Dass die Stadt zu ihren Feuerwehren stehe, belege die Tatsache, dass allein seit seinem Amtsantritt im Jahr 1997 rund drei Millionen Euro für Fahrzeugbeschaffungen, deren Unterhalt, Geräte und Gebäudeunterhalt aufgewendet worden seien. Zudem sei mit einem Nachzieh-Effekt bei den übrigen Ortsfeuerwehren zu rechnen. Ergebnis der Diskussion: Der Ausschuss entscheidet gegen die Anschaffung von zwei Mannschaftstransportern. Im Zuge derÜberlegungen zur leeren Stadtkasse könnte jetzt auch eine bereits vom Rat abgesegnete Ersatzbeschaffung zumindest verzögert werden. Dabei geht es um einen Rüstwagen der Schwerpunktfeuerwehr Rinteln für rund 280 000 Euro. Eine Verpflichtungsermächtigung des Rates hatte bereits den Druck für die Einleitung des Verfahrens zur Beschaffung bis zum 20. Oktober 2010 besorgt. Ebenfalls mit Blick auf die schwächelnde Finanzlage der Stadt sprach sich der Ausschuss dafür aus, die Verpflichtungsermächtigung zurückzuziehen und die Anschaffung im Jahr 2010 anzugehen, wenn der Rüstwagen sein gesetzlich vorgeschriebenes Alter von 27 Jahren für seinen Austausch erreicht hat.




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