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Heiß begehrt nach heißen Tagen / Wasser und ein Umdenken

Bis zum letzten Tropfen

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Autor:

Jens F. Meyer

Dass der September bisweilen weniger Regen zu bieten hat, als sich Gärtnernde das wünschen, ist bekannt. Dass er das Pflanzen neuer Stauden und Gehölze oder auch von Zwiebeln und Knollen sowie die Aussaat allerdings in diesem Jahr so erschwert, kommt seltener vor. Deshalb vermag die Freude über das späthochsommerliche Frühherbstwetter nicht jeder teilen zu wollen: Wer seinem Garten neue Impulse verleihen will, konnte hier bislang wenig ausrichten. Statt mit dem Spaten und der Grabegabel hätte er manches Mal die Spitzhacke zur Bodenlockerung bemühen müssen…

Ab heute regnet es aber im Weserbergland, morgen vielleicht auch, zumindest schauerweise, nicht schauerhaft. Das könnte helfen, den Boden durchdringlicher zu machen und endlich zu pflanzen, was längst gepflanzt werden sollte. Mehr noch als die Frage, mit welchen Stauden und Gehölzen die Beete und Rabatten bestückt werden können, steht nach einer so langen Durststrecke – 55 Liter Regen pro Quadratmeter seit dem 1. Juli, also binnen 75 Tagen, sind in der Tat wenig – das Thema Wasser grundsätzlich zur Diskussion. Mit der Ressource schonend umzugehen und also den wenigen Regen, der überhaupt fällt, effektiver und besser aufzufangen, ist hier ohne Zweifel ein wichtiger Aspekt. Ein anderer ist die Pflanzenauswahl. Aus einem bestehenden Staudenbeet, das auf Wasser angewiesen ist, einen Steingarten zu machen, in denen Pflanzen wachsen, deren Wunsch nach Wärme größer ist als ihr Durst, könnte sicher helfen.

Die Frage des Wasserauffangens ist relativ leicht zu beantworten. Wo Fallrohre das Regenwasser vom Dach des Hauses ausleiten, stehen Regentonnen richtig. Gängige Größen fassen zwischen 150 und 500 Liter. Das hört sich erst einmal viel an, muss aber in Relation gesehen werden zur Größe des Gartens. Wo es viel zu gießen gibt, auch gerade durch einen ausgedehnten Topf- oder Gemüsegarten mit Tomaten und allerlei sommerblühenden Beipflanzen, die ohne das frische Nass keine Früchte hervorbringen könnten, sind 500 Liter binnen weniger Tage verbraucht. Dann könnte sogar ein unterirdischer Wassertank notwendig werden. Vorteil: Man sieht ihn nicht, er wird komplett an einer Stelle im Garten versenkt. Nachteil: Für billiges Geld ist er nicht zu haben, und der Erdaushub für einen 5000 oder 10 000 Liter fassenden Tank ist immens. Aber grundsätzlich ist ein solch großes Reservoir schon eine gute Sache und hilft auch über Trockenzeiten.

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Der Blick auf die Umgestaltung einiger Bereiche im Garten ist die mögliche Alternative. In der Tat sieht ein Steingarten nicht nur gut aus, sondern macht auch wenig Arbeit. Steingartenpflanzen wie Sedum (Fetthenne), Blaukissen, Zwergglockenblumen, Veilchen, Enzian und Kräuter wie Lavendel, Thymian und Ysop verlangen nicht danach, gegossen zu werden, auch nicht an heißen Tagen. Sie sind an Trockenheit gewöhnt, wachsen, blühen, sehen schön aus. Mit verschiedenen Steinen, Amphoren und Sukkulenten lässt sich eine Steingartenanlage hübsch gestalten. Vorteil: ein schöner Anblick, das ganze Jahr über, und wenig Arbeit. Nachteil: Dort, wo bislang tiefgründiger Boden war, ist ein Erdaustausch unumgänglich. Das Substrat muss durchlässig sein. Ein Sand-Kies-Erde-Gemisch stellt sicher, dass es zu keiner Staunässe kommt.



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