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Neubürger wollen Zufahrt über Horster Straße und Koppelweg nicht hinnehmen

Biogasanlage: Bei Anwohnern gärt der Ärger

Bad Nenndorf (rwe). Das hatten sich die Bad Nenndorfer Neubürger anders vorgestellt. Noch kein Jahr wohnen sie im Baugebiet In der Peser, da haben sie Ärger mit der Stadt. Denn dass die Zufahrt zur Biogasanlage an ihren Häusern vorbei läuft, davon war nichts bekannt.

Das bemerkten die meisten so nebenher in diesem Frühjahr. Da fiel ihnen der Lärm von Lastzügen auf. Kritik gibt es aber nicht nur an der Verkehrsbelastung, sondern auch an der Behandlung des Problems durch die Samtgemeinde. Am 25. März beschwerten sich Ina und Thomas Dorn bei der Verwaltung über das rechtswidrige Befahren des Wirtschaftswegesdurch Lastwagen und auch Privatwagen. Sie prangerten den Lärm durch die Fahrt auf den Betonplatten an und verwiesen darauf, dass der Rundwanderweg von vielen Spaziergängern und Radlern genutzt wird. Das Ehepaar forderte Abhilfe, auch im Namen der Nachbarn. Die Reaktion war gleich Null, ebenso auf eine Erinnerungs-E-Mail, in der sie am 6. Mai nochmals Bürgermeister Bernd Reese um Hilfe baten. Es passierte nichts. Am 3. Juni setzten sie ein Schreiben an den Rat auf. Das half offenbar. Am Abend habe Reese dann mit dem Fahrrad eine "Zwischennachricht" vorbeigebracht, so Dorn, die eher ein Gespräch für angebracht gehalten hätte. Den für sie nichtssagenden Inhalt des Schreibens betrachtet sie als eine "Ohrfeige". So teilte Reese ihnen lediglich mit, dass der Wirtschaftsweg von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden darf, die sich aber "in den vergangenen Jahren sehr verändert haben - auch in ihrem Volumen". Wörtlich schreibt er: "Die Biogasanlage ist in Betrieb und wird beliefert. Gegenseitige Rücksichtnahme fordern wir von allen Verkehrsteilnehmern." Die Anwohner ließen sich mit der "dürftigen Antwort" nicht abspeisen. Sie schrieben erneut an die Samtgemeinde und den Landkreis. Nun erhielten sie eine ausführliche Stellungnahme. Darin weist Reese unter anderem darauf hin, dass verstärkter Verkehrslärm lediglich in der etwa zweiwöchigen Erntezeit anfällt. Diese Belastung werde als "zumutbar" angesehen. Bei den Transporten im Juni müsse noch Maissilage aus dem Vorjahr abgefahren werden. Das sei eine Ausnahme. Laut Reese gibt es keine Möglichkeit, den Weg für den Ziel- und Quellverkehr zu sperren. Allerdings verweist er auf Bestrebungen, eine neue Zuwegung von der Kreisstraße 47 zwischen Horsten und Ohndorf zu schaffen. Ab diesem Zeitpunkt erlösche die Erlaubnis, den Weg am Vorderen Hohefeld zu nutzen. Damit ist Ina Dorn und denübrigen Anliegern nicht geholfen. "Es steht nicht fest, ob und wann das geschehen soll." Dennoch hofft sie nach einem Telefonat mit Ordnungsamtsleiter Kurt Junior auf etwas Bewegung in der Sache. "Kommenden Mittwoch berät der Verwaltungsausschuss darüber", hat sie erfahren. Dann will sie wieder im Rathaus anrufen und die Reaktion der Politik abwarten. Juristische Schritte schließen die Anlieger nicht aus. Dorn: "Aber eine Eskalation will keiner."




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