weather-image
11°

Bimbo-Box mit Affen-Band

Berlin/Rinteln (who). Dieses Fundstück hat’s in sich. Sein Name steht riesengroß draußen dran: „Bimbo-Box“. Und wer seine Kindheit in den 1960er Jahren verbracht hat, dem dürften sofort die Erinnerungen hoch kommen, beim Anblick der sieben Affen hinter Glas unter grünen Plüschpalmen, die nur darauf warten, dass ein Geldstück in den Schlitz vorne unter der Scheibe geworfen wird. Dann nämlich legen sie los, die tierischen Musiker und lassen Tango, Chachacha oder andere südamerikanische Klänge hören, die fast unweigerlich in die Beine fahren. Bei Erwachsenen, damals genau so wie heute, ist das jedenfalls so. Ob die Kinder heute noch genau so reagieren, wäre zu testen. Damals haben sich die Kleinen jedenfalls die Nase platt gedrückt an der Scheibe der Bimbo-Box, wenn die Affenbande loslegte und sich zur Musik schwungvoll bewegte.

Die Bimbo-Box.  Foto: who.

War das nicht ein Highlight während der großteils langweiligen Einkaufstouren durch die Kaufhauswelten, als man die Mutter zum Schlussverkauf und anderen fragwürdigen „Erwachsenen-Vergnügungen“ begleiten musste? Denn: Wenn man beziehungsweise Kind Glück hatte, wartete irgendwo an strategischer Stelle zur Auferbauung des nörgelnden Nachwuchses eine Bimbo-Box. Die bunte „Kinderbelustigungsmaschine“ war eine Spielart der Musikboxen, die im Gefolge der Wirtschaftswunderzeit besonders in den besagten 1960er Jahren in Gaststätten, in die Bier- oder Bratwurst-Bar und den Hähnchen-Grill einzogen.

Nur sehr wenige Jugendliche aus betuchtem Haushalt, damals „Halbstarke“ genannt, verfügten schon über eigene „Plattenspieler“, die an ein Radio anzuschließen waren, geschweige denn über separate Stereo-Anlagen. Deshalb war es für die meisten Jugendlichen eine Alternative, sich bei einer Cola oder einer Portion Pommes zum Anhören der neusten Schlager, Rock’n‘Roll oder Beat-Hits um eine Musikbox zu versammeln.

Wer möchte, kann dieses Vergnügen inklusive Bimbo-Box im Museum „Die Eulenburg“ in Rinteln neu erleben . Vom 22. Januar bis zum 1. Mai sind dort auf zwei Etagen gut 20 Musikboxen aus den 1930er bis 1970er Jahren zu sehen und erst recht zu hören.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt