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Wieder 600 Motorradfahrer bei Demo gegen Sperrung der K 80 / Figuren im Millionenspiel?

Biker fordern von Buchholz Entschuldigung

Rinteln (ly). Günter Beyer und Christian "Terror" Görlitz erhöhen die Drehzahl. Bei der dritten Biker-Demo gegen die zeitweise Sperrung der Kreisstraße 80 für Motorräder hat der Ton auf dem Marktplatz gestern an Schärfe deutlich zugenommen. Von der Szene-Kneipe "Günters Kurve" (Extertal) waren erneut rund 500 Maschinen unterwegs, unterm Strich kamen mindestens 600 Fahrer und Beifahrer zusammen. Verantwortliche der Stadtverwaltung griffen diesmal nicht zum Mikrophon.

Der Zorn der Biker konzentriert sich auf Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Von ihm fordert Biker-Wirt Günter Beyer "eine öffentliche Entschuldigung". Außerdem müssten die Verbotsschilder sofort entfernt werden. Falls dies nicht passiere, "werden wir wohl die Gerichte bemühen müssen". Christian Görlitz, stellvertretender Vorsitzender der deutschen Biker-Union, hält eine Streckensperrung, die ausschließlich Motorradfahrer betreffe, für "rechtlich nicht nachvollziehbar". Warum noch niemand auf die Idee gekommen sei, eine Straße allein für Autos zu sperren, glaubt Görlitz' Vorstandskollege Mathias Münch zu wissen: "Bei Autofahrern steht im Hintergrund eine extreme Lobby. Der ADAC würde seinen gesamten Rechtsstab zum Verwaltungsgericht hetzen." Demnächst hat die Biker-Union nach eigenen Angaben in anderer Sache einen Termin beim niedersächsischen Verkehrsminister, dem das Thema K 80 bei der Gelegenheit ebenfalls vorgetragen werden soll. Bürgermeister Buchholz werfen die Biker vor, Anfragen nicht oder nur "recht lapidar" beantwortet zu haben. "Rechtlich hat das für uns keine Relevanz", erklärte Beyer, der im Konvoi nach Rinteln mit seinem Gespann vorneweg fuhr. Erneut ging es dabei ausnahmsweise über die K 80, begleitet allerdings von mehreren Polizeiwagen. Zum Thema Unfallhäufung sagte Beyer, dass die Polizei dies nicht bestätigt habe. Auch dass an Wochenenden und Feiertagen binnen acht Stunden mehr als 600 Motorräder über die K 80 fahren sollen, bezweifelt der Biker-Wirt. Und der Lärmpegel? "In dem gesperrten Waldstück wohnt kein Mensch. Oder ist es zu laut, weil Sie ein paar Häuser vom Wald entfernt wohnen, Herr Bürgermeister?" Zur städtischen Aufforderung "Rinteln erleben" meinte Beyer, hier fehle der Zusatz: "Aber bitte nicht mit Motorrad." Dabei sei Motorrad-Tourismus ein aufstrebender Zweig. "Wenn Sperrungen Schule machen", so Beyer, "dann gute Nacht, Weserbergland." Mit Steuergeldern sei die K 80 saniert worden. "Auch wir zahlen Steuern. Deshalb haben wir das Recht, alle Straßen zu benutzen." Martin Kampmeier (Krankenhagen), der nicht in seiner Eigenschaft als Vorstand der Interessengemeinschaft gegen die Einziehung der K 80 sprach, hält den Rintelner Marktplatz für einen "Nebenkriegsschauplatz". Vielmehr gehe es um ein "Millionenspiel". Bekanntlich soll die Straße Ende 2011 für den Kiesabbau komplett eingezogen werden. Ein Mitbewerber des Kieswerkes Reese habe bereits sieben Millionen Euro mehr geboten. "Diese Straße", soKampmeier, "ist nun mal auf Sand gebaut."




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