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„Bevor die Stadt den Bach runter geht“

Bad Münder. Die Analyse vom Einzelhandel-Experten Hans-Hermann Buhr von der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat für Gesprächsstoff in Bad Münder gesorgt. Dem Aufruf, seine Meinung mitzuteilen, sind viele Leser gefolgt. Der Tenor: Die Politik tue zu wenig, um die Stadt attraktiver zu machen.

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Ursula Thielscher begrüßt beispielsweise die Idee, eines weiteren Supermarktes im Bereich Petersilien-/Wermuth-

straße. „Ich kenne viele ältere Menschen, die dort einkaufen gehen“, sagt die Fotografin, die ihr Geschäft an der Echtern-

straße betreibt. Auch den Vorschlag, ein Einzelhandelskonzept zu erstellen, findet Thielscher richtig: „Politik und Verwaltung sollten sich schnellstens mit diesem überlebenswichtigen Thema intensiv und konstruktiv befassen bevor diese kleine, für viele liebenswerte Stadt den Bach runter geht.“

Thielscher appelliert an Kommunal-Politiker, sich ihrer „Verantwortung bewusst zu werden und zum Wohl aller Bürger zu handeln und nicht nur ihr persönliches Ego in den Vordergrund zu stellen“.

Gabrielle Spaeth hält einen weiteren SB-Markt hinter NP für unnötig, plädiert stattdessen für eine Drogerie, Reformhaus und Bioladen. Supermärkte gebe es genug, vielmehr müssten neue Anziehungspunkte geschaffen werden, beispielsweise in Form einer „Holländischen Kakaostube“ neben dem Museum oder eben ein Reformhaus. „Daran mangelt es“, ist Spaeth überzeugt.

Hermann Wessling sieht die Politik und die Wirtschaftsvereinigung, die „weitgehend funktionslos vor sich hin plätschert, in der Pflicht“. Die erneute Absage der Wirtschaftsschau sei das beste Beispiel für die Untätigkeit. Wessling, der zu den Mitbegründern der Wirtschaftsvereinigung gehört, ist frustriert von der mangelnden Aktivität. „Um es in der Fußball-Sprache zu sagen: Es hat viele gute Vorlagen gegeben, die Verantwortlichen müssen jetzt die Tore machen.“

Eine konstruktive Antwort, die den richtigen Ansatz gefunden hat, ist für Wessling der Zusammenschluss „Einkaufen in Bad Münder“. Dem hatte auch IHK-Experte Buhr eine gute Note gegeben – und die Hoffnung, dass sich der Elan der dahinter stehenden Inhaber auch auf Stadtmarketing und Wirtschaftsvereinigung überträgt. „Dort haben sich Fachhändler zusammengeschlossen, die kompetent sind und persönliche Kundenbeziehungen pflegen“, lobt Wessling.

Auch der ins Leben gerufene Stadtmarketingbeirat könne mehr tun. Ziel der Umbenennung – früher Runder Tisch – war es, dem Gremium einen höheren Stellenwert einzuräumen. Davon sei nichts mehr zu bemerken. Das Stadthagen Stadtmarketing e.V. sei ein anregendes Beispiel dafür, wie Kräfte unter einem Dach gebündelt werden können.col



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