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Betriebsrat fordert weitere Zahlen an

Bad Münder. Bad Münder. Viele Fragen – doch die Antworten der Haworth-Geschäftsführung zu den Plänen für den Standort Bad Münder reichen dem Betriebsrat nicht aus. Dessen Vorsitzender Gerd Ahrens macht jetzt deutlich, dass ohne weitere Details und Hintergründe zum „Zukunftsprojekt“ der Geschäftsleitung zunächst keine Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter stattfinden werden.

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„Auch, wenn es für die Mitarbeiter wie für den Betriebsrat nicht zufriedenstellend sein kann: Wir werden erst mit detaillierten Mitarbeiterinformationsversammlungen beginnen können, wenn die grundsätzliche Plausibilität der Maßnahmen klar ist“, erklärt Ahrens.

Ende der vergangenen Woche hatte die Geschäftsleitung Antworten zu einem Fragenkatalog überreicht, den der Betriebsrat zu den Plänen einer Restrukturierung am Standort Bad Münder vorgelegt hatte. Haworth plant massive Veränderungen an seinen zwei deutschen Standorten (wir berichteten). Das Werk in Ahlen soll geschlossen werden, das in Bad Münder umstrukturiert werden. Noch ist unklar, wie vielen der rund 200 Mitarbeiter in Ahlen angeboten wird, künftig in Bad Münder zu arbeiten.

„Leider ist es der Geschäftsleitung nicht gelungen, uns das Konzeptpapier zur Restrukturierung plausibel zu machen“, erklärt Ahrens. Der Betriebsrat wolle nun noch einmal detaillierte Unterlagen anfordern. Unter Zeitdruck setzen lassen wollen sich die Mitglieder nicht, obwohl eine Stellungnahme des Gremiums spätestens im November erwartet wird. „Aufgrund der hohen Tragweite der Gesamtmaßnahme ist hoffentlich klar, dass, trotz der Forderung der Geschäftsleitung nach einer schnellen Umsetzung der Maßnahme, nichts übers Knie gebrochen werden kann“, erklärt Ahrens.

In dieser Woche erwartet er auch ein wirtschaftliches Gutachten, das der Betriebsrat in Auftrag gegeben hat und das Aufschluss darüber geben soll, ob auch noch Verhandlungen zu einem Sondertarif notwendig werden. Nach Auswertung des Gutachtens werde die IG Metall eine Mitgliederversammlung für die organisierten Haworth-Mitarbeiter durchführen. „Die Mitglieder werden dann über die Inhalte und Auswirkungen des eventuell notwendigen Sondertarifes abstimmen“, erklärt Ahrens.

Komme es zum Mehrheitsbeschluss der Mitglieder, könne ein solcher Tarifvertrag verhandelt werden und zur Anwendung bei allen Haworth-Beschäftigen kommen. „Im schlechtesten Fall wird es dann neben den Auswirkungen der reinen Restrukturierungsmaßnahme auch noch tarifliche Einschnitte geben“, so der Betriebsratschef.

Während in Ahlen nach Bekanntwerden der drohenden Werksschließung ein erhöhter Krankenstand verzeichnet wird, sieht Ahrens in Bad Münder zwar auch besorgte Gesichter bei seinen Kollegen, registriert aber auch großes Vertrauen, das ihm und seinen Betriebsratskollegen entgegengebracht werde. „Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass Interessenausgleich und Verhandlungen über einen Sozialplan im Raum stehen – so etwas haben die Kollegen in der Vergangenheit im Schnitt etwa alle fünf Jahre mitgemacht“, sagt Ahrens. Und er freut sich über die positiven Rückmeldungen zur Betriebsratsarbeit: „Unsere Leute wissen, dass wir sie in den Verhandlungen nicht im Regen stehen lassen.“jhr

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