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Tägliches Spiel- und Spaßprogramm während der Sommerferien / Kinder aus Petershagen und Porta

Betreuung im Freibad? "Viel besser als Urlaub!"

Obernkirchen (clb). Die Sommerferien neigen sich immer mehr dem Ende zu - rappelvoll mit Kindern ist das Sonnenbrinkbad dennoch jeden Vormittag. Rund 20 Vor- und Grundschulkinder sind es, die das alljährlich in den großen Ferien stattfindende Betreuungsangebot wahrnehmen - und damit das ebenso abwechslungsreiche Programm, das Helga Luth und Florian Burger-Freund jeden Tag aufs Neue zusammenstellen.

Morgens um 7.30 Uhr geht es in der Regel los: Dann setzen die berufstätigen Eltern ihre Kleinen am Freibad ab, zunächst wird gemeinsam in der Runde gefrühstückt, danach beginnen Kreis- oder Geländespiele. Und wer dann Lust hat, kann ins kühle Nass springen. Denn das tägliche Schwimmen ist bei den Kleinen besonders beliebt. Gegen 12.30 Uhr endet das Betreuungsprogramm dann - und die Kinder werden wieder abgeholt. Seit fast zehn Jahren kommen Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren in den Sommerferien in das Sonnenbrinkbad - jede Woche nimmt der Förderverein neue Anmeldungen entgegen, sodass sich die Gruppe wöchentlich neu zusammensetzt. Das Betreuungsangebot richtet sich sowohl an berufstätige Eltern, die keine Zeit haben, mit ihren Kindern in den Urlaub zu fahren, als auch an sozial schwächere Familien oder Alleinerziehende, denen schlichtweg das nötige Kleingeld zum Wegfahren fehlt. Dass auch die Gruppe im Sonnenbrinkbad sehr "gemischt" ist, kann Florian Burger-Freund, einer der beiden Betreuer, nur bestätigen: "Viele Kinder kommen aus einem gesicherten Umfeld, wissen sich zu helfen und haben Manieren, aber es sind auch einige dabei, die mit neun Jahren nicht in der Lage sind, sich zum Beispiel selber abzutrocknen", erklärt der gelernte Erzieher und Krankenpfleger, der in diesem Sommer zum ersten Mal die Funktion als Betreuer übernommen hat. Momentan studiert der 28-Jährige an der Bielefelder Fachhochschule "Soziale Arbeit", denn auch in Zukunft möchte er mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, ihnen helfen. "Kinder sind Wesen, die sehr unbelastet auf diese Welt gekommen sind, dennoch gibt es unheimlich viele, die Missbrauch erfahren haben oder geschlagen wurden", erzählt er. "Und ich habe den einfach den Willen, diesen Kindern wieder auf den richtigen Weg zu helfen." Deshalb hat sich Florian Burger-Freund vorgenommen - auch im Rahmen der Freibadbetreuung - Kindern Kreativität zu vermitteln und sie wieder für die kleinen Dinge des Lebens zu begeistern. So bringt er ihnen beispielsweise Sprichwörter und Redensarten, die einen tieferen Sinn haben, bei. Und gerade da hat er den Eindruck, bei den Kindern schon etwas zu erreichen. "Es gibt dann Situationen, wo sie genaudiese Sprichwörter aufgreifen - also denke ich schon, dass da etwas ankommt." Helga Luth betreut die immer wieder wechselnde Feriengruppe seit sieben Jahren ehrenamtlich. "Weil es sich so ergeben hat und mir die Arbeit mit Kindern sehr viel Spaß macht", erklärt die Sozialpädagogin. Einige von ihnen nehmen bereits seit vielen Jahren an der Ferienaktion teil, andere sind erst neu dazugekommen. "Oft erzählen die Kinder ihren Klassenkameraden oder Freunden davon und die kommen dann auch zu uns", sagt Helga Luth. Obwohl das Angebot nach wie vor sehr gut angenommen werde und die Kinder aus einem großen Einzugsgebiet nach Obernkirchen kommen - einige von ihnen kommen sogar aus dem Raum Petershagen oder Porta Westfalica - habe sich die Situation leicht verändert, schildert die Sozialpädagogin: "Inzwischen gibt es im Landkreis einigeähnliche Angebote, deshalb kommen zum Beispiel nicht mehr ganz so viele Kinder aus dem Bereich Nienstädt zu uns." Nicht nur Kinder, die einen "Freischwimmer" besitzen, kommen ins Sonnenbrinkbad - viele von ihnen sind noch Nichtschwimmer und nutzen die großen Ferien auch dazu, um ihre Schwimmabzeichen zu absolvieren. Und deshalb lassen sie sich auch nicht davon abschrecken, wenn mal ein paar Regentropfen fallen, sondern üben trotzdem fleißig das Streckenschwimmen oder Springen. Zum vierten Mal nimmt die zehnjährige Vicky am Betreuungsangebot teil, ihre Freundin Amelie (8) zum zweiten Mal. Beide sind sich schon einig: "Im nächsten Jahr wollen wir unbedingt wieder- kommen!" Und warum? "Weil es so schön hier ist, die Leute total nett sind und es hier noch besser ist als im Urlaub", sagt Vicky. Da stimmt Amelie ihr voll und ganz zu: "Viel besser sogar!"




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