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Betreiber und Nutzer geschockt

Bad Münder. Gestern Morgen liefen die Telefone im Kurmittelhaus heiß. Nach der NDZ-Berichterstattung über die sofortige Sperrung des Solebewegungsbades im Physikalischen Therapie Center (PTC) herrschte große Verunsicherung bei den Menschen. Wie berichtet, hatte sich die Stadt als Eigentümer aufgrund von baulichen Mängeln zur sofortigen Schließung entschlossen.

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„Die Schließung des Solebewegungsbads trifft Bad Münder ganz gewaltig“, sagt Thomas Heiming, Geschäftsführer der Gesundheitsdienste Präventions- und Reha GmbH, die das PTC im Kurmittelhaus betreibt. Er habe mit dieser Reaktion der Stadt nicht gerechnet. „Wir bedauern diese Entwicklung für unsere Patienten und insbesondere für die Rheuma-Liga, der wir nach Übernahme des PTC Ende der 90er Jahre hier eine Heimat bieten konnten.“ Von den laut Heiming wöchentlich rund 700 Nutzern des Bades sind etwa 600 Mitglied der Rheuma-Liga. 28 Wasser-Gymnastikgruppen kommen an drei Tagen in der Woche zu der Therapie ins PTC.

„Wir haben unseren Mitgliedern mitgeteilt, dass in den nächsten 14 Tagen die Wassergymnastik ausfällt“, teilte gestern Susanne Heitmann mit. Die Vorsitzende der Rheuma-Liga hofft, dass eine baldige Lösung gefunden wird. Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Hartmut Büttner sei ihr zugesichert worden, dass eine schnelle Lösung gesucht werde – diese könne eventuell auch darin bestehen, dass ein anderer Ort für die Wassergymnastik gefunden wird. „Das ist jedoch noch alles offen“, so Heitmann. Ihre Stellvertreterin Annedore Rotermund werde heute im Kurmittelhaus für Fragen zur Verfügung stehen.

Neben den Konsequenzen, die die Schließung für die Nutzer hat, befürchtet Heiming auch einen Imageschaden für den Gesundheitsstandort Bad Münder insgesamt und möglicherweise auch für die Anerkennung als staatlich anerkannter Heilquellenkurbetrieb. Eine Sorge, die auch Büttner teilt. Schließlich sorge dieser Status dafür, dass Investitionen in Gesundheit und Tourismus gefördert werden können und sie bietet auch die Grundlage zur Erhebung der Kurbeiträge.

„Wir erwarten, dass alles Erdenkliche getan wird, um auch den Betrieb im Solebewegungsbad wieder zeitnah aufnehmen zu können“, formuliert Heiming seine Erwartungshaltung. „Denn seit der Übernahme des Kurmittelhauses durch die Awo ist dort ein Anziehungspunkt für viele Patienten.“

Uwe Hünefeld, Fachbereichsleiter Bau, wird in Kürze den Fachausschuss detailliert über das weitere Verfahren informieren. Bis dahin werde das Becken nicht mehr beheizt und die Sole durch normales Wasser ausgetauscht.col

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