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Doppelter Klangzauber: Holländer zeigen sich an Flöte und Cembalo als Bach-Kenner

Betörender Duoabend in der Petzer Kirche

Petzen. Die Einladung zu einer musikalischen Delikatesse der seltenen Kombination von Flöte und Cembalo muss die Konzertfreunde der Reihe "Klassik aus Holland" offensichtlich animiert haben, denn Initiator Pastor Heinz Schultheiß durfte sich über eine gut gefüllte Kirche freuen, als sich dort jetzt Cembalist Pieter-Jan Belder und Traversflötist Wilbert Hazelzet präsentierten.

Autor:

Dietlind Beinßen

Die Künstler sind ganz unzweifelhaft Meister ihrer Instrumente. Gemeinsam, aber auch einzeln, pflegten sie an diesem Bach-Abend einen feinen Artikulationsstil, dem es nicht an Deutlichkeit und einer gewissen Markanz fehlte. Melodiös begannen die Partner mit der technisch anspruchsvollen "Sonate in A-Dur", BWV 1032. Die ersten Takte sagten fast alles: Mit unbestechlichem Ohr für strukturelle Facetten übernahm Belder die Cembalostimme und sein Kollege setzte dazu auffallend geschmeidig ein. Zum Kleinod in Sachen Galanterie reifte dann der zweite Beitrag: die "Sonate in h-Moll", BWV 1030. Das Duokostete die Notensprachen der drei langen Sätze weiträumig aus und entwickelte eine Menge Poesie. In beeindruckender Weise demonstrierte es selbst bei der Zugabe, dem 3. Satz aus der "d-Moll Sonate", wie die zarten Töne der Flöte mit der - im Vergleich zum Klavier - zurückhaltenderen, klanglich aber um so stärker zu differenzierenden Begleitung des Cembalos verschmolzen. Bei den Einzeldarbietungen spitzten die Hörer ihre Ohren besonders genussvoll. Schon als Pieter-Jan Belder die Allemande der "Französischen Suite in D-Dur", BWV 816, einleitete, war die starre, etwas maschinelle Farbe vergessen, die dem Cembalo bis heute nachgesagt wird. Kein Wunder, denn dem silberhellen Sound des Instruments vermochteder Tastenexperte durch rhythmische Akkuratesse und Bestimmtheit des Anschlags mannigfache Varianten abzugewinnen. Nimmt man über den akustischen Genuss hinaus die dekorative Schönheit des Cembalos hinzu, wurde man gleich doppelt verwöhnt. Dass Wilbert Hazelzets Ton kernig strahlen, im piano berückend schweben und dazwischen alle denkbaren Nuancen streifen kann, demonstrierte der hervorragende Bläser elegant und eloquent in der "Partita a-Moll", BWV 1013. Der Klangzauber mündete in herzlichen Applaus.



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