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Christine Heckler: Ehrenamtlich im schwimmenden OP-Saal

Betende Hände für den selbstlosen Hilfseinsatz

Obernkirchen/Vehlen (sig). Sie ist ein Musterbeispiel an Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft: Christine Heckler, aktives Mitglied der Vehler Kirchengemeinde. Sie arbeitet als OP-Schwester im Bückeburger Krankenhaus Bethel und geht in ihrem Beruf auf. Seit Jahren folgt sie zusätzlich einer besonderen Berufung: Sie nutzt ihre Urlaubstage und Überstunden, um weltweit Kranken zu helfen.

Christine Heckler und die betenden Hände, die sie von Leprakrank

Während andere ihren Urlaub an Palmenstränden, in Gebirgslandschaften oder vielleicht auch auf einem Luxusliner verbringen, setzt sich Christine Heckler ins Flugzeug, um irgendwo einen Hafen zu erreichen, in dem eines der Krankenhausschiffe der Hilfsorganisation "Mercy Ships" vor Anker liegt. Dort verstärkt die erfahrene OP-Kraft freiwillig ein Team von Ärzten, Krankenschwestern, Entwicklungshelfern, Lehrern, Köchen, Schiffsingenieuren und Seeleuten. Alle arbeiten ehrenamtlich und kommen sogar selbst für Verpflegung und Unterkunft auf. "Es ist keine Seltenheit, dass die helfenden Hände aus über 40 verschiedenen Ländern kommen; die Teammitglieder verständigen sich überwiegend auf Englisch", berichtet Christine Heckler. Die MS Anastasis, ein ehemaliges Kreuzfahrtschiff, befindet sich seit März mit 350 Mitarbeitern, einer Krankenstation für 45 Patienten und drei Operationssälen in Liberia. Ende Mai wird sie abgelöst von der MS Africa Mercy, einer ehemaligen dänischen Fähre, die zum größten karikativen Krankenhausschiff der Welt umgebaut wurde. Auf ihm stehen sechs OP-Säle zur Verfügung, und die Krankenstation kann 80 Patienten aufnehmen. Die oft sehr komplizierten Operationen führen Fachchirurgen aus vielen Teilen der Welt kostenlos durch. Christine Heckler, die bereits mehrfach Urlaub für diesen selbstlosen Einsatz auf einem dieser Schiffe geopfert hat: "Man stößt bei der Arbeit im OP-Saal oft an die Grenze der eigenen Belastbarkeit, und wir beten häufig vor den Eingriffen in schier hoffnungslosen Fällen." Leprakranke in Liberia haben ihr aus Holz geschnitzte betende Hände geschenkt; die hätten ihr immer wieder Kraft gegeben, versichert Christine Heckler. Die "Mercy Ships" werden ausschließlich aus privaten Spenden finanziert. Es gibt neben den Schiffen auch noch Landstationen in Sierra Leone, unter anderem eine Spezialklinik für Geburtskomplikationen mit angeschlossener Kinderarztpraxis und eine Reha-Einrichtung, die Prothesen anpasst, Gehilfen und Rollstühle zur Verfügung stellt. An Land wurden auch Kliniken errichtet sowie Schulen, Waisenhäuser und Brunnenanlagen. Die Kirchengemeinde Vehlen hat durch einen Basar dazu beigetragen, dass ein Computertomograph angeschafft werden konnte. Christine Heckler erinnert sich dankbar dieser gelungenen Spendenaktion. Bevor sie ein weiteres Mal zu einem Einsatz auf einem der beiden Mercy-Ships startet, möchte sie vor einem größeren Kreis über ihre Erlebnisse in Wort und Bild berichten. Das soll nun am Donnerstag, 3. Mai, ab 18 Uhr im Festsaal des Obernkirchener Stiftes geschehen.



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