×
Einsatz von Polizei und Veterinäramt vor A 2 / Landwirt kauft widerrechtlich Tiere / Kalb in Sicherheit

Betäubung wirkt nicht - Kuh wird erschossen

Rehren (la). Die fahlbraune Charolais-Kuh, die mit ihrem rotbraunen Limousinmischlingskalb wild in der Gemarkung Rannenberg gelebt hat (wir berichteten), musste am Mittwochabend erschossen werden. Das Kalb konnte betäubt und eingefangen werden und wurde von einem Auetaler Landwirt aufgenommen.

Am Mittwoch gegen 19.45 Uhr ging bei der Polizei in Rinteln der erste Anruf von Anwohnern ein. Die beiden Tiere waren in der Nähe von Rehren an der Landesstraße in Richtung Rohdental gesehen worden. Wenig später meldeten Anwohner aus der Dingelstedtstraße in Rehren, dass sie die Kuh und ihr Kalb dort gesehen hätten. Die Tiere näherten sich der Autobahn und wurden nach Polizeiangaben somit zur Gefahr für die Verkehrsteilnehmer. Im Radio wurde bereits durch eine Warnmeldung verbreitet, dass sich Tiere in der Nähe von Rehren auf der Autobahn befänden, doch die Polizei und das Veterinäramt des Landkreises Schaumburg handelten schneller. Kurz vor der Escher Mühle, zwischen der Landesstraße und der Autobahn, wurden die beiden Tiere gefunden. Mit einem Betäubungsgewehr wurde auf sie geschossen. Doch während das Kalb sofort ins Taumeln geriet und liegen blieb, halfen bei der Kuh auch drei gezielte Schüsse nicht. Die Wirkung des Betäubungsmittels setzte nicht ein. "In einer solchen Stresssituation kann es sein, dass ein Tier eine so große Menge Adrenalin ausschüttet, dass das Betäubungsmittel nicht wirkt", erläuterte Dr. Hubertus Even vom Veterinäramt. Da die Gefahr für den Verkehr auf der Autobahn zu groß war, ordnete Kreisveterinär Dr. Wilhelm Brase den Abschuss der Kuh an. Über die Ohrmarke ermittelte Polizeioberkommissar Hans-Jürgen Janßen gestern den Halter der Charolais-Kuh. Am 7. Mai hatten der Rehrener Landwirt Walter G. und einer seiner Söhne das Tier in der Nähe von Cloppenburg gekauft. "Damals war die Kuh tragend. Das bedeutet, dass das Kalb in Freiheit geboren wurde", so Janßen. Neben der Charolais-Kuh habe der Landwirt eine weitere tragende Kuh gekauft, die allerdings, so die Recherchen des Polizeioberkommissars, inzwischen weiterverkauft und geschlachtet wurde. Gegen Walter G. war im Februar dieses Jahres ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen worden. 51 Rinder und 98 Schweine hatte das Veterinäramt des Landkreises Schaumburg damals wegen nicht artgerechter Haltung von seinem Hof geholt (wir berichteten). Sicher der Grund, warum G. die Tiere nicht auf seinem Hof gehalten hat. G. streitet ab, dass er die Kühe in Cloppenburg gekauft hat, was ihm Janßen allerdings anhand der Kaufbelege nachweisen kann. Außerdem konnte festgestellt werden, dass Walter G. die zweite Kuh weiterverkauft hat. Ob die allerdings zuvor ein Kalb geboren hat, ist noch unbekannt.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt