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Besuch vom Bischof aus Myra

BAD MÜNDER. Ist das wirklich der Nikolaus? Der Mann mit dem weißen Vollbart, der üblicherweise in rot-weißem Mantel auftaucht, trägt beim Besuch im Café International ein etwas anderes Gewand. Dabei ist es historisch betrachtet eigentlich die korrektere Kleidung.

Der Bischof verteilt Geschenke: Gottfried Duensing, Pastor im Ruhestand, spielt im Café International den Nikolaus. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Angelehnt ist die Robe in Rot und Gold mit Hirtenstab und großer Kopfbedeckung an den Bischof Nikolaus von Myra, der historischen Person, auf die der Brauch zurückgeht und die im 4. Jahrhundert wirkte. In der kleinasiatischen Region Lykien, in der heutigen Türkei, war er als besonders wohltätiger Bischof bekannt, wurde später als Heiliger in den katholischen Kirchen anerkannt. Das Wunder das er mit göttlicher Hilfe vollbracht haben soll: Er gab der hungernden Bevölkerung während einer Dürreperiode zu Essen, indem er Händler, die einen Sturm überstanden hatten, dazu brachte, einen Teil ihrer Lebensmittelfracht zu spenden. Das Wunder daran: Als die Händler schließlich in Rom einliefen, fehlte trotzdem kein einziger Sack Korn.

Unter der bedeutsamen Verkleidung steckt in Bad Münder auch tatsächlich ein Geistlicher: Gottfried Duensing, der ehemalige Pastor der St.-Nicolai-Gemeinde in Bakede. Er erklärte die Geschichte des heiligen Nikolaus in einfachen Sätzen, erklärte die milde Gabe und die damalige Dürreperiode, unter der die Bevölkerung am Mittelmeer gelitten haben soll.

Eine kleine Spende hat er ebenfalls im Gepäck – die haben allerdings die Integrationslotsen gepackt, die am Freitag zusammen mit den Geflüchteten die Weihnachtsfeier veranstalten. Tüte für Tüte geht an die Kinder, die mit gespendeten Süßigkeiten, Stofftieren und Spielzeug gefüllt sind. Unterstützt wird der Nikolaus dabei von der Gleichstellungsbeauftragten Sina Bruns. Den großen Ansturm, den das Café im vergangenen Jahr bewältigen musste, blieb diesmal aus, auch, weil die Verteilaktion besser organisiert war. „Wir haben aber auch viel weniger Geflüchtete, als im vergangenen Jahr“, weiß Lotse Erwin Schlatterer. „Lustig, lustig, tralalalala, bald ist Nikolausabend da“, singen die Kinder mit Nikolaus Duensing, der mit einem Schmunzeln dann die Kinder auf einen kleinen Fehler hinweist – denn eigentlich erinnert man sich an den Bischof von Myra ja schon am 6. Dezember, der bereits am Mittwoch war.



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