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Comiczeichner, Lehrer und Schülerin gewinnen Busch-Förderpreis

Bester Zeichner jetzt bester Autor

Stadthagen (to). Der Wilhelm-Busch-Preis 2007 ist in einer Sparte bereits entschieden. Den Förderpreis für humoristische und satirische Versdichtung gewinnt der Comiczeichner, Karikaturist und Schriftsteller Gerhard Seyfried (59/Berlin). Außerdem hat die Förderpreis-Jury zwei weitere Preise vergeben. Ausgezeichnet werden auch Bruno Wendt (62/Michelbach) und mit einem Sonderpreis die elfjährige Lena Krockmann aus Buxtehude.

Mit dem Max-und-Moritz-Preis des Internationalen Comic-Salons Erlangen ist Gerhard Seyfried als bester deutscher Comiczeichner bereits 1990 ausgezeichnet worden. Jetzt hat er den Wilhelm-Busch-Förderpreis gewonnen - als Versdichter mit dem Beitrag "Lektorat". Als Zweitplatzierten hat das Preisgericht Bruno Wendt mit seinem Gedicht "Wachstum" benannt, und einen Sonderpreis bekommt Lena Krockmann (11) aus Buxtehude für ihre Gedichte "Schneeballschlacht" und "Zaziki". "Ich hab' zweimal beim Lyrik-Wettbewerb hier mitgemacht", erzählt die Fünftklässlerin und meint damit einen Preis ihrer Heimatstadt Buxtehude. "Ich habe zu Weihnachten ein paar Gedichte geschrieben", erklärt das Nachwuchstalent weiter, und ihre Mutter habe sie auf den Wettbewerb um den Busch-Preis aufmerksam gemacht. "Bei uns in der Schule sagen die nichts dazu. Ich glaube, das interessiert die nicht", beschreibt Lena die Reaktionen ihrer Mitschüler. Welche Bücher sie bevorzuge? "Ich lese manchmal auch Gedichte, manchmal von Robert Gernhardt." Ah ja. "Und was willst Du später einmal machen?" "Gedichte schreiben oder Naturschützerin werden." "Es sind hundertprozentig ihre Gedichte", sagt Lenas Mutter Bettina Krockmann. Beim Buxtehuder Wettbewerb habe sie wohl Anregungen gegeben, aber beim Busch-Förderpreis gab es "keinen Input von außen". Gerhard Seyfried gehört in die Künstler-Kategorie, die Robert Gernhardt "Begabungen" nannte. Dazu musste man, um in den Augen des Busch-Preisträgers zu bestehen, über vielerlei Fähigkeiten verfügen. Wer "nur" malen oder "nur" schreiben konnte, war eine "Halbbegabung". Zeichner, Karikaturist, Schriftsteller? "Ichhabe all' diese Berufe", meint Gerhard Seyfried. Das Preisgedicht habe er nebenbei geschrieben und sei erst später auf den Busch-Förderpreis aufmerksam geworden. Momentan arbeite er an einem Roman über den Boxer-Aufstand. Ursprünglich habe er eigentlich einmal historische Sachbücher schreiben wollen, sich dann aber davon überzeugen lassen, dass dieser Stoff in Romanform leichter vermittelbar sei. Zum Patron des Schaumburger Wettbewerbs und den Großen der Neuen Frankfurter Schule hat Seyfried ein eigenes Verhältnis. "Wilhelm Busch ist unser Ahnherr. Das begreife ich auch als Comiczeichner." Dieser Beruf sei in Deutschland - anders als in Frankreich, Belgien und den Vereinigten Staaten - nicht gut beleumundet, aber es habe immerhin Busch als Bezugspunkt gegeben. Zu Beginn seiner Karriere war Seyfried kurzzeitig als Zeichner bei "Pardon" engagiert, als dort noch Robert Gernhardt, F. K. Waechter und F. W. Bernstein tätig waren. Dritter Autor mit Auszeichnung ist der 62-jährige Bruno Wendt. Seit etwa 45 Jahren schreibe er Gedichte, Auslöser sei ein Geografielehrer gewesen. Lehrer ist er inzwischen, allerdings bezeichnet er sich selbst als einen "der ärmsten Lehrer", denn er habe keine Ferien, sondern unterrichte Strafgefangene in einer Justizvollzugsanstalt. ZumWilhelm-Busch-Förderpreis habe er bereits in den Vorjahren immer wieder Gedichte eingesandt, einige sind auch in dem früher aufgelegten Busch-Preis-Sammelband aufgenommen worden. Mit dieser Jury-Entscheidung ist die Hälfte der Kategorien entschieden. Offen ist noch, wer mit dem Hauptpreis, dem Wilhelm-Busch-Preis 2007, ausgezeichnet wird. Darüber befindet ein weiteres Preisgericht in den nächsten Tagen. Anschließend sollen dann - in unmittelbarer Nähe des 175. Geburtstages Wilhelm Buschs am 15. April - diePreise in der Schaumburger Kreisstadt Stadthagen verliehen werden. In der Sparte Förderpreis bekommt der Erstplatzierte 1000, der Zweite 500 Euro, und als Sonderpreis haben die Juroren Lena Krock 100 Euro zuerkannt.



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