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LZ/SZ-Sommeraktion im Hubschraubermuseum / Archiv wird fit für das 21. Jahrhundert gemacht

"Bescheidener Anfang" mit 50 000 Dokumenten

Bückeburg (bus). "Mein Gott, was ein Riesenhaufen Arbeit!": Die Reaktion der Teilnehmer unserer Sommeraktion hat keinerlei Deutlichkeit am Respekt vor den von den Ar chivaren des Hubschraubermuseums zu bewältigenden Herausforderungen vermissen lassen. Chefarchivar Wolfgang Gastorf, der sich gemeinsam mit Roland Oster und Matthias Stäblein um die Überführung der Museumsarchivalien ins digitale Zeitalter kümmert, illustrierte an der Zahl der bereits per Lesegerät erfassten Dokumente (etwa 50 000) die Dimension des Vorhabens. "Das ist allerdings erst der relativ bescheidene Anfang", klärte Gastorf auf. Am Ende werde die Zahl die Millionengrenze wohl deutlich überschritten haben.

Das Gebäude am Sabléplatz gilt ungeachtet des genügsamen Einstiegs in die digitale Neusortierung als Heimstatt des weltweit umfangreichsten Drehflügler-Archivs. Der frühere Burgmannshof beherbergt etliche historische Ordner, 3000 Bücher, alle wichtigen Zeitschriften, mehr als 2000 Hängemappen, 200 Regalmeter Betriebshandbücher, Filme, Fotos und Dias sowie 6000 Negative. Als Wissensgrundstock dienen die von Museumsgründer Werner Noltemeyer erstellten Karteikarten, auf deren Grundlage eine circa 30 000 Sätze mächtige Datenbank erstellt wurde. In den Ordnern finden sich Unterlagen, die vom Beginn des Traums vom Fliegen bis in die heutige Zeit reichen. Im bezeichnenderweise nach "Hesekiel" benannten ersten Ordner liegt unter der Nummer 00001-0002 obenauf der Beitrag "Der Flug in der Legende", in dem der Traum bis hin zu Pegasus und dem Feuerwagen des Propheten Elia zurückverfolgt wird. "Heute geht es vor allen Dingen darum, das Museum fit für das 21. Jahrhundert zu machen", kehrte Gastorf in die Gegenwart zurück. Das Archiv plane die Erstellung einer Plattform, die über das Internet weltumspannenden Zugang zu allen Unterlagen ermöglicht. Der Experte: "Vermutlich werden wir das erste technische Museum sein, das seinen Nutzern zielgenau Informationen über das gewünschte Thema elektronisch anbieten kann." Dass Gastorf, der als Fluglehrer rund 12 000 Stunden in der Luft war, nicht nur in den Tiefen des Archivs zuhause ist, stellte er bei zahlreichen Nachfragen der sehr interessierten Besuchergruppe unter Beweis. Die SZ/LZ-Gäste erfuhren ebenso die Unterschiede zwischen Hub-, Trag- und Flugschrauber wie sie Auskünfte über die Transportgewicht-Spannweite aktueller Modelle (von 0,04 Gramm bis 100 Tonnen) und die frühere Existenz eines zweiten Bückeburger Flughafens erhielten. Als kleine Schmankerl - Gastorf: "Das zeigen wir sonst nicht" - sahen die Teilnehmer Ausschnitte aus einem Video des Luftfahrtpioniers Richard Perlia, eine großformatige alte Luftaufnahme des Achumer Fliegerareals sowie die Dokumentation "Katastropheneinsatz Hamburg", die die Ereignisse des Elbhochwassers im Februar 1962 festhält. Anschließend führte Gastorf den "Sommeraktionären" in der mit mehr als 40 Originalhubschraubern bestückten Ausstellung vor Augen, dass das Haus auch jenseits des Archivs reichlich Attraktionen zu bieten hat.




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