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Nicht nur Geschäftsführer des Dino-Parks - weltweit sind Figuren aus seiner Ideenschmiede zu sehen

Bernd Wolter: Die Dinos sind sein liebstes Kind

Münchehagen (ade). Millionen von Besuchern haben sich seine Figuren im Münchehäger Dino-Park angesehen, weitere Figuren stehen in vielen Ländern der Erde. "Stünden meine Figuren alle auf einem Haufen, könnte Disney einpacken", lächelt Bernd Wolter.

Bernd Wolter mit seinem liebsten "Kind", der zwergwüchsigen Saur

In Münchehagen ist er als Geschäftsführer des Dino-Parks bekannt. Seit 15 Jahren gibt es den Park, die Mischung aus Informationen über die Urzeit und Spaß für die ganze Familie ist in dieser Zeit ständig erweitert worden. Werbewirksam weiß der 64-Jährige jede neue Errungenschaft zu verkaufen. Mal lädt er Journalisten ein, um zu beobachten, wie ein vier Meter großes Faultier per Hubschrauber eingeflogen wird, dann wieder lässt er den Ministerpräsidenten einen "Dino" taufen. Forschung ist das dritte Standbein des Parks, mit einer zwergwüchsigen Dinosaurier-Rasse sind die Paläontologen derzeit beschäftigt. Nicht gar so bekannt ist allerdings, dass in Loccum, auf einem ehemaligen Kasernengelände, all die Tiere, die in Münchehagen und überall auf der Welt zu sehen sind, ihre Gestalt bekommen. Neben Dinosauriern stehen dort Kühe, Elefanten und andere Tiere. In Loccum wird das Design gemacht, in Loccum werden sie gebaut. "Das habe ich mein ganzes Leben gemacht", sagt Wolter. Bevor er nach Norddeutschland kam, lebte er einige Jahrzehnte in Schweden. Auch dort hatte er ein Atelier, auch dort schuf er Figuren. Das "Weihnachtsmannland" in Finnland stammt aus seiner Feder, den größten mechanischen Zirkus der Welt hat er gebaut - an Ideenreichtum mangelte es dem gebürtigen Berliner nie. "Ich habe nicht nach Geld gefragt", meint er. Erst sei die Idee da gewesen, dann habe er sie umgesetzt - und dann seien die Käufer ganz von allein gekommen. Mit seinem neuesten Projekt will Wolter von der Welt der Riesen zu den kleinen Krabblern wechseln. Mit Mikroskopen rücken seine Designer Insekten auf den Leib. Ameisen und Heuschrecken, Gottesanbeterinnen und Bienen entstehen - und sollen eine Vorstellung vermitteln, wie diese sich fühlen, wenn sie einem Menschen gegenüberstehen. Acht Meter misst der Körper der Biene, die zurzeit geformt wird, bis zum Herbstwird die Ausstellung fertig sein. Die Dinos sind aber immer noch das liebste Kind des gelernten Schauwerbegestalters. In London, vor vielen Jahren, habe er die erste Dino-Ausstellung gesehen. Ihn habe das fasziniert - und viele andere Menschen ebenso. Der Funke sprangüber und er begann in Schweden damit, die ersten Dinos zu formen. "Mehr Monster als wissenschaftliche Rekonstruktionen" seien sie gewesen, bekennt er, doch das habe sich mittlerweile geändert. Dass er nun eigentlich vor 18 Jahren von Schweden wieder nach Deutschland ziehen wollte, um sich einen vorzeitigen Ruhestand gönnen, ist bei dem Arbeitspensum, das Wolter jeden Tag bewältigt, nicht zu erkennen. "Ein kleiner Dino-Park", quasi als Freizeitbeschäftigung, schwebte ihm vor. Auf einer Rundreise stieß er auf die Dinosaurier-Fährten von Münchehagen. Der anfänglichen Begeisterung des Landkreises für seine Idee seien viele Schwierigkeiten gefolgt, erzählt er. Einen Partner, der seine Vision mit ihm verwirklichen wollte, fand er in Ferdinand Wesling, dem Betreiber des Steinbruchs, in dem die Fährten gefunden wurden. Drei Jahre dauerte es, bis der Park eröffnet werden konnte, für die Region ist er ein Glücksfall. Münchehagen und Loccum will Bernd Wolter treu bleiben, auch wenn er manchmal übers Aufhören nachdenkt. Eine Delegation aus China habe ihm 20 Jahre Steuerfreiheit zugesagt, wenn er seine Produktion in ihr Land verlege. "Wer weiß, ob ich noch so lange lebe", lacht er. Dieses Angebot hat er abgelehnt.

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