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Opferhilfebüro Bückeburg stellt die Jahresbilanz 2006 vor / 71 Personen haben Beistand gefunden

Belastungen aus Gewalterlebnissen aufgearbeitet

Bückeburg (bus). Annehmen, zuhören, beraten und begleiten sowie das Weitervermitteln an adäquate Beratungs- und Therapieangebote sind wichtige Bereiche der Tätigkeit von Dagmar Behrens. Behrens ist Leiterin des im Juli 2002 gegründeten Opferhilfebüros Bückeburg und hat jetzt die Statistik für das Jahr 2006 vorgestellt. Die Zusammenfassung bestätigt den Trend der vergangenen Jahre. Behrens: "Das primäre Bedürfnis besteht nach wie vor darin, psychische Belastungen aus zumeist gewalttätigen Erlebnissen aufzuarbeiten und Unterstützung bei der Bewältigung der aus der Straftat resultierenden Belastungen zu erhalten."

Angenehmes Ambiente: Generalstaatsanwalt Harald Range (Celle), G

2006 betreute das Büro wie im Vorjahr insgesamt 71 Personen. In 35 Fällen, in denen es um klar zu umreißende Themenbereiche respektive konkrete Fragestellungen ging, bestand ein relativ kurzer Kontakt. In den übrigen Fällen dauerte die Zusammenarbeit teilweise über mehrere Monate - was sich bei Menschen ergibt,die in Folge einer Straftat umziehen müssen oder regelmäßig Begleitung zu Behörden benötigen. Auch Betroffene, die eine Prozessbegleitung wünschen, bedürfen mehrfacher Gespräche zur Vor- und Nachbereitung. Elfmal waren - wegen fehlender Mobilität oder aus Angst - Hausbesuche gefragt. Bei den Vermittlungszahlen verzeichnet die Bilanz einen Rückgang der durch die Polizei zustande gekommenen Kontaktaufnahmen (2005: 25 Prozent, 2006: 18 Prozent). Dem steht ein kontinuierlicher Anstieg der Zahl der Personen gegenüber, die sich in Eigeninitiative an das Büro wenden - 2004: 11; 2005: 18; 2006: 26. "Das kann daraus resultieren, dass wir mittlerweile relativ bekannt sind", meinte Behrens. Trotz des großen Bekanntheitsgrades sei eine Kooperation mit anderen Beratungs- und Betreuungsangeboten im Landgerichtsbezirk weiterhin unerlässlich. Die Opfer stammten aus den Ortschaften Rinteln (17), Bückeburg (16), Stadthagen (11), Obernkirchen (8), Nenndorf (4), Sachsenhagen (3), Eilsen und Auetal (jeweils 2), Rodenberg und Niedernwöhren (jeweils 1) sowie von jenseits der Kreisgrenze (6). Sie waren zumeist erwachsen (21 bis 64 Jahre - 70 Prozent) und weiblich (82 Prozent). Bei den Delikten überwogen Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (41 Prozent) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (32 Prozent). 33 Mal wurden Angehörige in die Beratungen eingebunden. Behrens trat Vermutungen entgegen, das Büro fungiere als eine Art Geldverteilungsstelle. "Die meisten Anträge wurden auch 2006 aufgrund von Initiativen anderer Einrichtungen oder auf meine Anregung hin gestellt", verdeutlichte die Expertin. Ein Missbrauch finanzieller Leistungen könne auch für das aktuelle Berichtsjahr nicht bestätigt werden. Für 2007 hat Behrens sich vorgenommen, den Kontakt zur Polizei zu intensivieren. Es könne für Opfer eine erhebliche Entlastung darstellen, frühzeitig Informationen über das an der Schulstraße 2, (0 57 22) 29 02 64, beheimatete Büro zu erhalten. Der Standort bleibt auch nach der umfangreichen räumlichen Neuorientierung der Bückeburger Justiz unverändert. Die Beratung ist kostenlos, streng vertraulich und freiwillig.

Dagmar Behrens
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