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Beirat nimmt Hamelspringe aus Seniorensicht unter die Lupe

HAMELSPRINGE. Was taugt die Infrastruktur der Ortsteile im Hinblick auf Senioren und Menschen mit Behinderung? Unter diesem Motto hatte der Seniorenbeirat der Stadt bereits einige der 16 Ortsteile unter die Lupe genommen.

Gespräch mit der Ortsbürgermeisterin: Franziska Jarmuzewski (4. v.l.) stellt dem Seniorenbeirat den Ort vor.

Autor

Christoph Huppert Reporter

„Diesmal wollen wir uns Hamelspringe anschauen“, so die Beiratsvorsitzende Gertrud Bünnig. Bei ihrem Besuch fanden Bünnig und die Beiratsmitglieder viel Licht, aber auch Schatten vor. Vor allem durch die Dorferneuerung ist der Bereich des alten Dorfes mächtig herausgeputzt worden: Vorbildlich gepflasterte Gehwege, behindertengerecht abgesenkte Bordsteine, neu gestaltete Hofeingänge und Rückzugsecken mit liebevoll restaurierten Ackergeräten und Kunstobjekten prägen das Bild.

Doch auch auf die Schattenseiten wurde von Ortsbürgermeisterin Franziska Jarmuzewski, Elke Koffmane von der Bürgergemeinschaft und Bürgervereinsmitglied Peter Marquardt hingewiesen: „Der Weg an der Straße zwischen Bushaltestelle und Schule ist grausig“, beklagte Koffmane. „Mit einem Rollator hat man da große Schwierigkeiten.“

Auch gibt es in Hamelspringe keinerlei Einkaufsmöglichkeiten mehr. „Die Infrastruktur ist praktisch erloschen“, bedauerte Marquardt. Gab es früher fünf Dorfkneipen, so sind die heute ebenso verschwunden wie der Arzt, der Bäcker und der Lebensmittelhandel. Auch die Sparkasse als „Kommunikationszentrum“ fehle. „Die Versorgung erfolgt heute mehrmals in der Woche mobil durch einen Bäcker- und einen Fischwagen“, so Marquardt. Vielleicht könnte die Ausweitung des Bürgerbus-Angebotes zu den Markttagen hier Erleichterungen bringen.

„Einzig unsere sehr aktive Dorfgemeinschaft wertet die Lebensqualität in Hamelspringe spürbar auf“, stellte Koffmane lobend fest. Dennoch sind deutlich verschiedene Gruppen in der dörflichen Struktur erkennbar.

Die gelte es zusammenzuführen.

Unter die Lupe genommen wurden vom Seniorenbeirat aber auch etwas außerhalb liegende Einrichtungen. „Etwas weit von Dorfkern entfernt“, erklärte Bünnig zum sehr gepflegten Hamelspringer Friedhof. Der hinterließ allerdings einen sehr guten Gesamteindruck, wenngleich die Schwergängigkeit der Eingangstüren und ein für Senioren viel zu hochwandiger Abfallcontainer von den Teilnehmern der Begehung moniert wurden.

Diskutiert wurde in Hamelspringe auch über Themen, die über die Ortsgrenze hinaus Senioren bewegen. „Warum darf ich in der Fußgängerzone in Bad Münder eigentlich nicht mit dem Rad fahren? Wie steht es ums Autofahren in der Innenstadt?“ Fragen, die im Anschluss an die Ortsbegehung bei Kaffee und Kuchen im DRK-Haus angeschnitten wurden. Im kommenden Jahr will der Seniorenbeirat mit Besuchen in Nienstedt, Nettelrede und Bakede seine Ortsinspektionen abschließen.



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