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Beim Namen gerufen

Da stehen sie, die 13- und 14-Jährigen. Schick sehen sie aus, modisch angezogen, die Frisuren gestylt. Festlich sind sie gekleidet, die Jungen im schwarzen Anzug, die Mädchen in schwarzen Kostümen oder Hosenanzügen. Aufgeregt sind sie. Gut sehen sie aus, ganz anders als sonst, so erwachsen!

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Autor:

Elisabeth Schacht-Wiemer

Jetzt ziehen sie in die Kirche ein, unsere Konfirmanden. Die Gesichter sind ernster geworden und es ist schon ein festlicher Moment, wenn die Gemeinde aufsteht bei ihrem Einzug. Für die Eltern und Angehörigen ist das ein bewegender Augenblick, manche Träne wird verstohlen weggewischt. Was sind sie groß geworden, unsere Kinder! Früher war die Konfirmation der Beginn des Berufslebens, heute dauert zum Glück die Jugendzeit noch etwas länger. Dann werden sie eingesegnet, jeder und jede Einzelne kniet nieder, erhält unter Handauflegung Gottes Segen zugesprochen. Ein Bibelvers wird gelesen, der Konfirmationsspruch, den sich jeder Konfirmand, jede Konfirmandin für sich ausgesucht hat. Möge dieser Vers den Konfirmanden ein guter Begleiter auf ihrem Lebensweg sein! Wenn ich mich an meine Konfirmation zurückerinnere, dann habe ich noch zwei Erinnerungen daran. Einmal das gute Gefühl, einen ganzen Tag lang im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Und zwar war das ein Interesse, das wohlwollend war und Anteil nahm an meiner Person. Jeder Jugendliche wird im Konfirmationsgottesdienst mit Namen genannt. Jeder und jede Einzelne ist persönlich gemeint. "Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein", sagt Gott. Und ein Segen wird ihnen mitgegeben auf ihrem Lebensweg: "Schutz und Schirm vor allem Argen, Stärke und Hilfe zu allem Guten." Ja, das wünschen wir unseren Söhnen und Töchtern: Dass sie in ihrem Leben vor Bösem bewahrt bleiben und sich auf der Seite des Guten bewegen! Ein Zweites bleibt mir ebenfalls in Erinnerung von meiner Konfirmation; das ist der Bibelvers, den ich mir ausgesucht hatte: "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an." Dieser Satz aus der Bibel spricht mich immer noch an. Was unsere Augen sehen und unser Herz bewegt, das sind manchmal verschiedene Dinge. Dass unser Gott weiß, was in unserem Innersten vor sich geht, das ist ein Trost. Vielleicht sehen Sie mal nach, welcher Konfirmationsspruch Ihrer war? Oder haben Sie ihn noch im Kopf? Es lohnt sich sicher, sich einen Moment hinzusetzen und diesen Bibelvers noch einmal zu bedenken. Elisabeth Schacht-Wiemer ist Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Exten.

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