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„Beide Echo-Nominierungen sind Wertschätzung unserer Arbeit“

Interview: „X Factor“-Gewinner Mrs. Greenbird / Sarah Nücken und Steffen Brückner hautnah

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Mit Songs wie „You’re The One That I Want“ aus dem Musical Grease, dem Punkrock-Klassiker „Blitzkrieg Bop“ (Ramones) oder der Popballade „Frozen“ von Madonna, gewann das Duo Mrs. Greenbird, bestehend aus Sarah Nücken und Steffen Brückner, am 25. November 2012 das Finale der Musik-Castingshow „X Factor“. Bereits am 21. Dezember erschien mit „Mrs. Greenbird“ ihr Debütalbum, das von 0 auf 1 in die deutschen Charts einstieg – ihr selbst komponierter Siegertitel „Shooting Stars & Fairy Tales“ platzierte sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz unter die Top 20. Auf der 22. Echoverleihung am 21. März 2013 im Berliner Palais am Funkturm, gehörten sie in den Kategorien „Newcomer des Jahres-national“ und „Rock/ Pop-national“ zwar zu den Nominierten, mussten aber Acts wie den Toten Hosen (Rock/ Pop-national) und Cro (Newcomer-national) den Vortritt lassen – enttäuscht waren die beiden Künstler jedoch in keinster Weise.

Steffen (lächelnd): Der Echo ist eine sehr verkaufszahlenabhängige Geschichte – wer die meisten CDs verkauft, der bekommt dann auch das gebogene Ding. Wir haben viele Tonträger verkauft, demnach müssen wir auch viele Fans haben.

Sarah: Die Fans sind für uns das Wichtigste. Daher ist allein die Nominierung ein großes Kompliment für uns – eine Wertschätzung unserer Arbeit.

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Immer wieder prangern ehemalige Castingshow-Gewinner in Interviews das sogenannte „Turbo-Marketing-System“ an – schnell nach oben, ebenso schnell auch wieder nach unten.

Steffen: Wir machen nicht erst seit gestern Musik. Im Gegensatz zu vielen Castingshow-Gewinnern waren wir schon vor „X Factor“ viel unterwegs, konnten so in den verschiedensten Bereichen zahlreiche Erfahrungen in dem Business sammeln. Natürlich sind uns die Mechanismen in dieser Branche bekannt. Es ist klar, dass zum Beispiel der Marketingbereich einer Plattenfirma besonders bemüht ist, ein Produkt schnell und effizient an den Mann zu bringen.Wir haben aber von Beginn an klar gemacht, dass wir in alle Entscheidungen mit eingebunden werden wollen – auf diese Weise behalten wir immer den Überblick. Wir sind glücklich und dankbar, dass es sehr schnell bei uns nach oben ging – wir hoffen daher sehnlichst, dass der Sinkflug sich dann etwas milder gestaltet.

Mit ihrer Plattenfirma sind Sarah und Steffen mehr als zufrieden – ein Grund mehr, warum das Duo gelassener in die Zukunft blicken kann.

Sarah: Wir durften die Songs arrangieren wie wir wollten – haben denen praktisch das fertige Material geschickt. Außer „Creep“ von Radiohead und Ramones‘ „Blitzkrieg Bob“ stammen alle Songs überwiegend aus unserer Feder. Eigentlich mögen wir alle Titel auf dem Album – mein absoluter Lieblingssong ist jedoch „Love Makes You Free“ – den spiele ich auch live sehr gerne. Steffen liebt „One Little Heart“ – meine Eltern übrigens auch, deswegen haben wir uns dieses Stück auch als zweite Single ausgesucht. Irgendwie schon ein tolles Gefühl, wenn die Plattenfirma so unserer Arbeit vertraut. Eigentlich wollten wir erst gar nicht bei einer Castingshow teilnehmen, da man weiß, dass man kaum eigene Songs mit einbringen kann. Jetzt sind wir froh, dass alles so gut für uns gelaufen ist.

Steffen: Viele Songs liegen auf Halde, da sie nicht ganz fertig sind, bzw. noch überarbeitet werden müssen. Wir haben zunächst die Titel auf die CD gepackt, die wir regelmäßig live gespielt haben. Das sind überwiegend Stücke, die auch unser Stammpublikum schon kannte. Sie haben auch abschließend entschieden, welche Titel auf die CD kommen sollen. Wir sehen es praktisch als ein Geschenk an die treuen Fans.

Bereits vier Wochen nach dem X-Factor-Finale wurde in Rekordzeit das Debütalbum „Mrs. Greenbird“ veröffentlicht – ein Umstand, der dem Duo so manche schlaflose Nacht bereitet hat.

Sarah: In dieser Zeit haben wir nicht immer ruhig geschlafen, denn das musste natürlich alles sehr schnell gehen. Wir haben die Arbeit aber nicht als Mega-Belastung empfunden. Es war unser „Baby“ – daher waren wir bemüht, dass es auch in dieser kurzen Produktionszeit gut klingt.

Zurzeit leben Sarah und Steffen aus dem Koffer – Interviews, Fernsehtermine und die laufende Tour lassen den beiden Künstlern wenig Zeit zum Atmen. Für andere Dinge bleibt daher im Moment kaum Zeit.

Steffen: Man kann nur eine Sache gut machen – wir haben daher unsere eigentlichen Berufe zurzeit auf Eis gelegt. Ich betreue zwar noch zeitgleich ein Projekt, das sich aber in absehbarer Zeit von selbst erledigen wird.

Sarah: Wir sind froh, dass wir so einen stabilen Freundes- und Bekanntenkreis haben, denn wenn du dauernd auf Tour bist, hast du nicht immer die Möglichkeit die Freundschaften so intensiv zu pflegen, wie sie es eigentlich verdienen würden. Im Großen und Ganzen ist eigentlich alles wie vorher, da wir die freien Tage nutzen, um uns mit unseren Freunden zu treffen.

Steffen: Natürlich sind auch einige neue Freundschaften dazu gekommen. Wir können aber gut differenzieren, wer uns als Mensch sieht oder wer sich nur in unserem Erfolg sonnen will.

Im Oktober 2010 wurde Mrs. Greenbird als Support für einen Konzertauftritt von Oscarpreisträger, Schauspieler und Sänger Tim Robbins gebucht. Ohne Zweifel ein musikalischer Ritterschlag für Sarah und Steffen.

Sarah: Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich ehrlich gesagt nicht, wer er überhaupt ist. Habe mich dann im Internet durchgegoogelt, um mehr über ihn zu erfahren. An diesem Abend hatten wir keinen eigenen Backstage-Bereich, mussten uns daher hinter der Theke umziehen und auch aufhalten. Als er dann mehrmals an uns vorbeihuschte, habe ich mich, um Sichtkontakt zu vermeiden, immer geduckt. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieser Abend zu den schönsten Momenten in meinem Leben zählt. Das kann man auch einem meiner Facebook-Eintragungen entnehmen.

Zwei Stunden später gaben die beiden Interpreten vor 1200 Besuchern, auf einer gemütlich grün geschmückten Bühne, ein bejubeltes Konzert im Capitol. Auf der Setlist standen sowohl Titel aus ihrem Debütalbum, als auch Cover von Künstlern wie Madonna (Frozen), „Dead Flowers“ (Rolling Stones) sowie „You’re The One That I Want“ aus dem Musical Grease – interpretiert in ihrem unverkennbaren „Singersongwritercountryfolkpop“-Stil.



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