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Marlies Rohde und Reinhard Meiffertübernehmen Schiedsleuteamt / Rasanter Einstieg

"Bei uns gibt es keine Gewinner oder Verlierer"

Bückeburg (bus). Mit dem 16. Juli hat es in Bückeburg einen Wechsel im Amt der Schiedsleute gegeben. Nach der Verpflichtung durch Amtsgerichtsdirektor Armin Böhm übernahmen Marlies Rohde und Reinhard Meiffert die zuvor von Gerhard Uthe und Rudi Beier bewältigten Aufgaben. Wobei der Termin 16. Juli lediglich offiziellen Charakter besitzt; in Übereinkunft mit ihren Vorgängern sind Rohde und Meiffert bereits seit Beginn des Monats aktiv - und hatten bereits drei Streitigkeiten zu schlichten.

Marlies Rohde und Reinhard Meiffert kümmern sich in Bückeburg um

"Von einem derart rasanten Einstieg waren wir nicht ausgegangen", erklärten die "Neuen" in einem Pressegespräch übereinstimmend. Uthe und Beier hätten einen Fall pro Monat als durchschnittlichen Wert bezeichnet. Dennoch wollen die für einen Zeitraum von fünf Jahren Gewählten "am Ball", respektive "am Fall" bleiben. Die 58-jährige Hauswirtschaftsleiterin und der 55 Jahre alte Berufsberater bei der Agentur für Arbeit hatten ihren Entscheidungen zur ehrenamtlichen Mitwirkung in diesem Organ der Rechtspflege ausführliche Überlegungen vorangestellt. Gegenwärtig machen sie sich Gedanken, die Stadt in zwei Bezirke aufzuteilen und gleichberechtigt nebeneinander zu agieren. Nach offizieller Lesart ist Meiffert derzeit Hauptschiedsmann, Rohde seine Stellvertreterin. Schiedspersonen sind per Eid zur Verschwiegenheit verpflichtet und absolut unparteiisch. Sie kümmern sich hauptsächlich um Nachbarschaftsstreitigkeiten. In einigen vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten über Ansprüche wegen Verletzung der persönlichen Ehre ist eine Klageerhebung bei Gericht erst im Anschluss an einen Schlichtungsversuch zulässig. Typisch für solche Versuche ist, dass es vor dem Schlichter weder Gewinner noch Verlierer gibt. Was die Wahrscheinlichkeit für einen dauerhaften Frieden erhöht. "Bei uns wird kein Urteil gesprochen, sondern ein Vergleich erzielt", erläutern Rohde und Meiffert. Dieser Vergleich besitze hinsichtlich der mit ihm übernommenen Verpflichtungen 30 Jahre Gültigkeit. Wichtig für eventuelle Antragsteller: Zuständig ist immer das Schiedsamt am Wohnort des Antraggegners; der Antragsteller trägt die (in den Stadtetat einfließenden) Verwaltungsgebühren. Dass es durchaus von Vorteil sein kann, die Schlichtung in Bückeburg statt in der Landeshauptstadt zu versuchen, führen Beispiele aus Hannover vor Augen. Dort sollen vorformulierte Vergleiche nicht unüblich sein. "Für so etwas sind wir nicht zu haben", betonen Rohde und Meiffert. Hier stehe nach wie vor die Suche nach Kompromissen im Vordergrund. Aktuell stellten die Schlichtungen als solche ohnehin keine sonderlich großen Probleme dar. "Es kostet uns mehr Mühe, den enormen schriftlichen Aufwand zu bewältigen." Marlies Rohde und Reinhard Meiffert sindüber das Amtsgericht Bückeburg, die Polizei und die Stadtverwaltung zu erreichen.

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