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Dörte Worm wird neue "Stadtkoordinatorin" / Fördermittel-Fachfrau / Arbeitsbeginn am 1. Mai?

"Bei Problemen sucht sie sofort Lösungen"

Obernkirchen. Für jemanden, der einen Job antritt, kann das erste Gespräch mit den Vorgesetzten auch anders, weil deutlich schlechter ablaufen. Doch weder Politik noch Verwaltung wollen an diesem Montagabend im Ausschuss für Partnerschaft und Kultur von Dörte Worm detailliert wissen, welche neuen Wege sie einschlagen will, welche Ideen sie umgesetzt sehen möchte, wie sie die Attraktivität der Stadt erhöhen möchte. Denn in Politik und Verwaltung herrschte vor allem ein Gefühl der Dankbarkeit, dass Dörte Worm das Amt der neuen Stadtmanagerin überhaupt angenommen hat. Denn, da waren sich alle Politiker quer durch die Fraktionen einig, dass sie ihre Arbeit, die sie annimmt, auch bestens erledigt, habe sie in den letzten Jahren immer wieder gez eigt. "Bei Problemen sucht sie sofort nach den Lösungen", erklärte Martin Schulze-Elvert (CDU), "Sie kann vernetzt arbeiten", formulierte es Irmhild Knoche (Grüne/WIR).

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Autor:

Frank Westermann

Die positive Einschätzung speist sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit. So hat Dörte Worm, da war sich der Ausschuss einig, in ihren ehrenamtlichen Ämtern bei der "Rasselbande" und im Lokalen Bündnis für Familien in den letzten Jahren bewiesen, dass sie arbeiten kann, außerdem erhoffen sich Rat und Verwaltung durch ihre fachliche Kompetenz, dass die Bergstadt mit ihren Vereinen und Organisationen einen großen Schritt nach vorn machen kann: Die Berlinerin hat eine Ausbildung als Sparkassenfachwirtin, hat sich über Weiterbildung lange mit der Frauenförderung befasst und sich zum Immobilienspezialisten weiterbilden lasen, der in Zusammenarbeit mit Unternehmensberatern nach europäischen Fördertöpfen gesucht hat. Just diese Fördermittel, die Fähigkeit, sich im EU-Dschungel zurecht zu finden und Gelder dort aufzutreiben, wo andere nicht einmal suchen würden, befeuert sicht- und hörbar die Fantasie der Obernkirchener Entscheidungsträger. So kreiste das Gespräch mit der 39-jährigen verheirateten Mutter vor allem um die Frage, wo denn die neue Stadtmanagerin rechtlich verankert wird? In der Verantwortung der Politik? Oder der Stadt und damit der Verwaltung? Denkbar und möglich ist auch eine Anbindung an den Lenkungsausschuss des Stadtmarketings, in dem die Politik über ihre Fraktionen vertreten ist. Arbeiten wird sie auf der Basis einer 400-Euro-Kraft, aber Rathaus und Politik ziehen eine andere Bezeichnung deutlich vor: Stadtkoordinatorin auf Honorarbasis. 400-Euro-Basis, das klinge eher negativ, nach einer zweitklassigen Notlösung, auch Stadtmanagerin treffe den richtigen Ton nicht, denn Dörte Worm soll sich vor allem kümmern: Netzwerke aufbauen, die vorhandenen Kräfte bündeln. Daher: Stadtkoordinatorin. In die mit Händen zu greifende Aufbruchstimmung warfen nur Horst Sassenberg und Beate Krantz (beide CDU) eine Handvoll dämpfende Worte: Sie müsse sich in ihrer neuen Rolle erst einmal finden, umschrieb es Krantz. Sassenberg fragte nach, ob die Stelle als Stadtkoordinatorin nicht mit den anderen Aufgaben kollidiere, etwa beim Lokalen Bündnis. Dörte Worm sah diesen Konflikt nicht: "Was für Familien getan wird, ist auch gut für die Stadt und die Wirtschaft." Sassenberg regte an, dass die Politik einen Rahmen setzen solle, in dem sich die künftige Koordinatorin bewegen könne. Anfangen, so unterrichtet Bürgermeister Oliver Schäfer den Ausschuss, könne Frau Worm schon am 1. Mai, zudem bestehe die Möglichkeit, dass sie sich Ende diesen Monats noch einmal dem Stadtrat für mögliche Fragen stellt. Dörte Worm selbst hielt sich mit möglichen Aufgaben, die sie anpacken möchte, zurück, ließ aberdurchblicken, wohin sie der erste Weg führen könnte: zu den Kaufleuten der Bergstadt. Den ehemaligen SPD-Ratsherren Adolf Bartels, der jetzt die Bürger im Ausschuss vertritt, trieb zuletzt eine andere Sorge um. So viele Stadtmanagerinnen in den umliegenden Städten hätten nach relativ kurzer Zeit dort das Handtuch geworfen, weil sie im Bermudadreieck zwischen Geschäftswelt, Politik und Verwaltung regelrecht zerrieben wurden. Ob sie diese Gefahr nicht auch sehe? Nein, antwortete Dörte Worm, außerdem sei sie Stress gewohnt: "Ich habe drei Kleinkinder."



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