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36 Teenager im ersten Trainingscamp für Nachwuchsvolleyballer / "Was? Wir sind nur fünf Jungen?"

Bei 30 Grad: Sport und Spaß auf hohem Niveau

Obernkirchen (rnk). 34 Teenager baggern, pritschen oder stellen den Ball, zwei sitzen lässig im Sand und bauen eine Burg. Allerdings nicht lange, dann tritt Sebastian Thormeier dezent auf die Burgspitze: "Wir wollen üben und was lernen." Recht hat er, schließlich sind sie hier im Trainigscamp, die 36 Volleyballspieler im Alter von 12 bis 16 Jahren, die zum Teil aus ganz Deutschland angereist sind.

Baggern, pritschen, stellen: Auf hohem Niveau wird auf dem Kirch

Es ist das erste Mal, dass vor dem großen Volleyball-Turnier am Wochenende ein Trainingscamp angeboten wird, aber, so erklärt Günter Szallies als Organisator, "es liegt nahe". Ob der Sand nun eine Woche früher gebracht und auf dem Kirchplatz verteilt werde, sei ja fast egal. Vier Trainer unterrichten die Kinder, das Quartett ist mit dem Volleyballsport ebenso verbunden wie mit der Bergstadt. Noch die längste Anreise hatte Thormeier aus Sachsen-Anhalt, Es ist ein Wiedersehen mit seiner Heimat, hier hat der 16-Jährige seine ersten Kindheitsjahre verbracht. Viel Geld gibt es für ihn und seine drei Trainer-Kolleginnen nicht, die mittlere zweistellige Summe, die alle erhalten, deckt nicht einmal die Reisespesen. Es ist die Liebe zum Sport, die neben Thormeier auch Sabrina Kiemstedt aus Obernwöhren auch den jetzt in Hannover Mathematik studierenden Florian Behrens aus Krainhagen und Claudia Wehmeier auf den Kirchplatz geführt hat. Alle haben Volleyball in der Bergstadt gespielt, Kiemstedt spielt heute für den VfL Bückeburg in der Landesliga. Das Quartett war gestern mächtig erstaunt: Eingerichtet hatte man sich mehr oder weniger auf Anfänger, denen erst einmal die Grundlagentechniken zu vermitteln sind, gekommen sind Sportler, die mindestens schon über den Schulsport mit dem Volleyball in Berührung gekommen sind, wenn sie nicht sogar schon im Verein spielen. "Das Niveau ist erstaunlich hoch", erklärt Claudia Wehmeier, die Glück hat: Ihre Gruppe übt im langen Schatten der Stiftstürme - hier ist es merklich kühler und angenehmer als auf dem sonnenverwöhnten Feld. Veranstalter des Trainingscamps ist die Krankenkasse BKK 24, die damit die Jugendlichen in Bewegung bringen möchte. Bundesweit hat sie die zwölf- bis sechzehnjährigen Teenager eingeladen, während der Sommerferien unter der Anleitung von Beachvolleyball-Profis mehr als nur das "Baggern" und "Pritschen" zu lernen. "Wir haben schon heute sehr große Probleme mit Krankheiten, die auf Bewegungsmangel und falsche Ernährung zurückzuführen sind", erklärt Vorstand Friedrich Schütte. "In einigen Jahren werden sich die Leistungsausgaben der Kassen für die Behandlung dieser Krankheiten vervielfacht haben, wenn wir nichts dagegen unternehmen." Und dass Infobroschüren oder der erhobene Zeigefinger diese Altersgruppe eher verscheuchen, hat man bei der BKK 24 längst festgestellt. "Wir wollten den Jugendlichen daher ein Angebot machen, dass Ferienspaß und sportliche Aktivitäten miteinander kombiniert", so Schütte weiter. Neben etwas Taschengeld und elf Euro für jede der fünf vergünstigten Übernachtungen fallen keine weiteren Kosten an - das gilt auch für das Rahmenprogramm, zu dem neben einer Pool-Party sogar der Schnupperkurs bei einer Windsurfschule am Steinhuder Meer gehört. Die Mädchen haben übrigens deutlich die numerische Oberhand: "Was? Wir sind nur fünf Jungen?", staunte ein 13-Jähriger bei der Ankunft. Nachwuchsprobleme bei den Jugendlichen hat der MTV Obernkirchen nicht, erklärt Günter Szallies. Rund 30 Teenager üben regelmäßig.

Das Trainer-Quartett: Florian Behrens, Claudia Wehmeier, Sebasti
  • Das Trainer-Quartett: Florian Behrens, Claudia Wehmeier, Sebastian Thormeier und Sabrina Kiemstedt (v.r.).
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