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Aktuelle Alternativlösungen nicht barrierefrei / Euroschlüssel-System soll Kabine vor Vandalismus schützen

Behindertentoilette an Lange Straße in Planung

Bad Münder (st). Während die Schließung des Toilettenhäuschens an der Langen Straße für Fußgänger durch die mündersche Innenstadt kaum Bedeutung hat, trifft sie behinderte Menschen hart. Die Ausweichlösungen in fünf Gaststätten sind ebenso wenig barrierefrei zu erreichen wie die öffentliche Toilette am Steinhof. Das weiß auch die Stadt – und Verwaltungs-Fachbereichsleiterin Elisabeth Borcherding hat auf der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirates mitgeteilt: „Eine der beiden Toilettenzellen an der Langen Straße wird zu einem behindertengerechten WC umgebaut.“

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Die Verwaltung wolle damit wenigstens eine Anlage für Menschen mit Behinderung vorhalten, sagt Borcherding. Um diese Toilette ausschließlich der entsprechenden Klientel zugänglich zu machen, soll das Häuschen laut Borcherding mit einem speziellen Schließsystem versehen werden. Schließlich müsse verhindert werden, dass die Toilette ebenso Vandalismus zum Opfer fällt wie das gerade geschlossene Häuschen. „Trotz täglicher Reinigung und hohem Kostenaufwand war der Anblick am Ende alles andere als schön“, sagt Borcherding.

Behinderte, die später die Toilette benutzen wollen, brauchen einen speziellen Euro-Schlüssel. Rollstuhlfahrer und Beirats-Vorstandsmitglied Hans-Hermann Heide erklärt das Prinzip: „Den Generalschlüssel werden Interessenten später wahrscheinlich bei der Stadtverwaltung bekommen, viele Behinderte besitzen bereits einen. Denn der Schlüssel verschafft seinem Besitzer auch Zugang zu zahlreichen Toiletten in anderen Städten auf Autobahnraststätten an öffentlich Orten.“ Der Schlüssel koste knapp unter 20 Euro. „Es wäre wünschenswert, wenn in der Nähe des Toilettenhäuschens zu gegebener Zeit auch ein Ausleihschlüssel deponiert würde für Gäste, die keinen Euroschlüssel besitzen“, sagte Heide auf der jüngsten Beiratssitzung.

Zahlreiche Mitglieder des Seniorenbeirates, die nicht behindert sind, wünschten sich zudem die Wiedereröffnung auch der zweiten Zelle des geschlossenen Häuschens. Marga Copey: „Könnte man nicht die andere Kabine für Menschen ohne Behinderung wieder aufmachen und zur Verhinderung von Vandalismus einen gewissen Geldbetrag als Eintritt verlangen?“ Borcherding machte den Mitgliedern wenig Hoffnung auf eine Wiedereröffnung. Obwohl sie zugeben musste: „Mit Hinblick auf die damaligen Investitionen ist es sicherlich nicht sinnvoll, den Rest des Häuschens stillzulegen.“



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