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Bedarfsplan-Empfehlung: Drei Wehren weniger

BAD MÜNDER. Der mit Spannung erwartete Plan ist raus – und der große Aufschrei blieb zumindest bei der Präsentation am Dienstagabend trotz sich abzeichnender deutlicher Veränderungen aus. Mehr als 80 Zuhörer, zumeist Angehörige der Feuerwehren, verfolgten die Vorstellung des ersten Feuerwehrbedarfsplanes der Stadt.

Großes Interesse: Viele Feuerwehrmitglieder nutzen die Gelegenheit für Infos aus erster Hand. Foto: jhr
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Die Zusammenlegung kleiner Ortswehren mit benachbarten Feuerwehren wird in gleich drei Fällen, für Böbber, Hasperde und Luttringhausen, im Plan empfohlen – unterm Strich das Aus für eigene Feuerwehrhäuser in allen drei Ortsteilen. Zudem soll die Ortsfeuerwehr Bakede von einer Stützpunktfeuerwehr zu einer Feuerwehr mit Grundausstattung herabgestuft werden. Diese Ergebnisse der Bedarfsplanung durch die Hamburger Gesellschaft BBS Gefahrenabwehr sorgten noch für das lauteste Tuscheln im Zuhörerraum. Komplett unerwartet kam die Mitteilung indes nicht, wenn auch die Details der in rund einjähriger Arbeit von BBS, Feuerwehr-Arbeitsgruppe und Stadtverwaltung vorbereiteten Bedarfsplanung bis zur Sitzung des Feuerschutzausschusses unter Verschluss gehalten wurden. So erfuhren am Dienstagabend auch viele Ortsbrandmeister erstmals von den im Plan vorgeschlagenen Maßnahmen.

Dass der Bedarfsplan nach Verabschiedung durch den Rat – voraussichtlich noch in diesem Jahr – eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung der Feuerwehr im Stadtgebiet sein wird, hatte zuvor schon Bürgermeister Hartmut Büttner herausgestellt. Er erinnerte an den Landesrechnungshof, der 2014 feststellte, das Handlungsbedarf im Bereich der Planung bei vielen niedersächsischen Kommunen besteht und die Städte und Gemeinden zum Handeln aufforderte. „Eine sehr große Aufgabe“, fasste Büttner die Arbeit der zurückliegenden 14 Monate zusammen.

Auf mehr als 300 Seiten verteilt sich das, was BBS-Projektleiter Stefan Buschendorf rund eine Stunde lang vorstellte. Dabei ging er nur vereinzelt auf Details der einzelnen Wehren ein, er erläuterte Methodik der Untersuchungen sowie Aufbau der Bedarfsplanung und lieferte Beispiele als Lese-Anleitung. Schutzziele und Risiken, die die Grundlage der Planung bilden, stellte er vor. Eine zentrale Vorgabe dabei: Die Zeit, in der nach der Alarmierung die ersten Einsatzkräfte an einer Brand- oder Unfallstelle eintreffen sollen. Mindestens neun Feuerwehrmitglieder sollen nach zehn Minuten vor Ort sein, um Menschen zu retten.

In der Präsentation wies Buschendorf auch auf Schwächen im Datenmaterial hin, die sich deutlich auf die Analyse der tatsächlichen Schutzzielerreichung in den vergangenen Jahren auswirkte: Erst seit Mitte 2014 werden Einsätze von der Leitstelle unter einheitlichen Schlagworten registriert, weshalb nur eineinhalb Jahre ausgewertet werden konnten. Erschwerend kommt hinzu, dass nur komplette Meldungen in die Analyse Einzug halten konnten – weshalb beispielsweise die fehlende Besatzungszahl eines Fahrzeugs bei einem Einsatz mit fünf Fahrzeugen zum Ausschluss des gesamten Einsatzes aus der Betrachtung führte. Nur zwölf relevante Alarmierungen blieben letztlich für die Analyse übrig.

Die Stadt stellt den kompletten Feuerwehrbedarfsplan 2017 zum Download unter www.bad-muender.de bereit.



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