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Katholische Pfarrgemeinde baut neuen Kindergarten in der Kurstadt

Bauherren für Heute und Morgen

Bad Pyrmont (uk). „Was soll das denn? Brauchen wir das?“ Pastor Walter Heinrichsrüscher und Annemarie Pfau können sich noch gut an diese Fragen erinnern, als in der katholischen Kirchengemeinde St. Georg die Diskussion darüber begann, ob ein neuer Kindergarten für Bad Pyrmont Sinn macht, denn die Kurstadt wird bekanntlich älter. Doch die Diskussion, die offenbar nicht so einfach war, ist durch, die Antworten sind gefunden.

Ab Januar werden in dem Neubau 50 Kinder von 3 bis 6 Jahren und 15 Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren betreut. Dabei wird in den nächsten zehn Jahren die Zahl der jungen Leute unter 17 Jahren von 2872 auf 2276 sinken. Von den 1,3 Millionen Euro Gesamtkosten übernimmt die Pfarrgemeinde 360000 Euro. Weitere 700000 Euro kommen von der Stadt, die den gesetzlichen Anspruch der Eltern auf einen Kindergartenplatz erfüllen muss.

„Kinder sind unsere Gegenwart, für sie müssen wir jetzt etwas tun“, betont Pfarrer Heinrichsrüscher. „Wenn wir als Kirche immer wieder die Bedeutung der Familie unterstreichen, dann dürfen das keine Sonntagsreden bleiben.“ Und Annemarie Pfau ergänzt: „Wir haben eine Verpflichtung, die in die Zukunft hineinreicht.“ Doch das ist der Punkt. Zurzeit machen sich die beiden Gemeindevertreter da überhaupt keine Sorgen. Beide Regelgruppen seien voll ausgelastet, und für die neuen Krippenplätze gebe es doppelt so viele Anmeldungen wie Plätze, berichten sie. Und noch ein Argument haben sie den kritischen Fragestellen entgegengehalten. Die Kirchengemeinde gehöre zum Gemeinwesen Pyrmonts und habe auch eine Verpflichtung, wenn es darum gehe, jungen Familien ein entsprechendes Umfeld zu bieten.

Natürlich spielt für Kirchen auch die Vermittlung der christlichen Grundwerte eine Rolle, wenn sie sich für den Betrieb eines Kindergartens entscheiden. Annemarie Pfau hat ihre ganz persönliche Meinung, dass daraus ein neues Modell entstehen könnte. Den christlichen Anspruch hätten alle Kirchengemeinden, gibt sie zu bedenken und leitet daraus ihre Idee für ein „Modell der Zukunft“ ab, das aus ökonomischer Sicht auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine Bedeutung haben könnte. „Warum sollte es nicht eines Tages einen ökumenisches Kindergarten geben, in dem die Kräfte gebündelt und die Öffnungszeiten flexibler gestaltet werden können?“, fragt sie sich.

Im katholischen Kindergarten ist die Ökumene schon Wirklichkeit, er betreut Christen, Muslime und andere Glaubensanhänger. Und dass nicht mehr mindestens die Hälfte der Kinder katholisch sein müssen, kommt der Gemeinde auch entgegen. „Vielleicht gibt es irgendwann nicht mehr genug katholische oder evangelische Kinder für einen Kindergarten“, gibt Annemarie Pfau zu bedenken.




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