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Bauern können seit Monaten Flächen nicht bestellen

BAD MÜNDER. Wenn Ralf Flügge-Kranz den Blick über die Äcker bei Hachmühlen schweifen lässt, ist ihm alles andere als wohl. Wasser steht darauf, und das nicht zu knapp. Seit vergangenem Herbst haben die heimischen Landwirte mit den Auswirkungen der heftigen Niederschläge zu kämpfen.

Mehr als nur satte Böden: Auf vielen heimischen Ackerflächen steht das Wasser. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Ein Umstand, der sich auch negativ auf die in diesem Jahr erwarteten Erträge auswirken kann. Ein Problem dabei: Mit schwerem Gerät, und dazu zählt schon ein größerer Traktor, kommen die Landwirte schon seit Wochen nicht mehr aufs Feld. „Seit der Getreideernte im vergangenen Jahr sind die Böden zu nass, haben die Niederschläge kaum richtig aufgehört“, sagt Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer. Rund 1000 Millimeter Niederschlag hat er für das vergangene Jahr registriert, 30 bis 40 Prozent mehr als in den Vorjahren. Die Folge: Auf einigen Flächen waren Kartoffeln oder Zuckerrüben zunächst nicht zu ernten. Erst zwischen Weihnachten und Neujahr hatten betroffene Landwirte Gelegenheit, Zuckerrüben, Rote Beete oder Pastinaken von den Feldern zu holen. Spät, aber nicht zu spät für die Früchte: „Solange es noch keinen stärkeren Frost gegeben hat, geht das noch“, sagt Meyer. Bis Mitte Januar laufe die Rübenkampagne, nehmen die Fabriken noch Früchte an. Einige Kartoffelfelder hätten aber bis heute nicht abgeerntet werden können. Herbe Verluste für die betroffenen Landwirte – und auch auf die Ernte im neuen Jahr wird die Situation auf den Äckern Auswirkungen haben. Die Aussaat von Raps oder Weizen war vielerorts nicht möglich, so dass Landwirte auf Sommersorten ausweichen müssen, die zumeist aber längst nicht so ertragreich seien wie die Wintersorten. Niedersachsen sei neben Schleswig-Holstein besonders stark von dem Zuviel an Niederschlägen betroffen. „Das tut uns schon weh“, sagt Meyer.

Dort, wo die Böden so extrem satt seien, dass das Wasser nicht mehr ablaufe, könnten sich schon bald weitere Probleme zeigen: Viehhaltende Betriebe sitzen auf vollen Güllelagern und haben vielerorts geplant, mit Ende der Sperrfrist am 1. Februar den Dünger auf ihren Flächen auszubringen. Das geht aber nur, wenn dann die Äcker so trocken sind, dass sie den Dünger aufnehmen können.



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