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Angst vor Hochwasserschäden in den Gartenanlagen / Rinne will "große Lösung" - oder verzichten

Bau der Kurpark-Umflut steht auf der Kippe

Bad Eilsen/Hannover. Die gute Nachricht vorab: Niedersachsens Umweltministerium will den Hochwasserschutz im Bad Eilser Kurpark mit 25 000 Euro unterstützen; die (EU-)Fördermittel sollen aus dem Topf zur "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" fließen. Das geht aus einer Meldung von MdL Dr. Joachim Runkel (CDU) hervor, welche die Redaktion gestern erreicht hat. Mit dem Umsetzen der Maßnahme könne "voraussichtlich im Sommer" gerechnet werden, so Runkel.

So zahm wie auf diesem Bild zeigt sich die Aue nicht immer. Das

Autor:

Thomas Wünsche

Die schlechte Nachricht: Ob es tatsächlich so kommt, ist derzeit mehr als fraglich. Denn der - geplante - Bau der Umflut, welche die Wassermassen im Kurpark stauen soll, hat einen "Haken", an dem sich die Gemeinde reibt. Zwar würde die Maßnahme den Bereich im Süden der Bahnhofstraße im Falle eines Hochwassers entlasten - allen voran also die Remise und den Kindergarten. Aber: Das gestaute Wasser lagert in den Gartenanlagen Schwebstoffe ab, welche Wiese und Wege großflächig verschlammen. Darüber hinaus wird es zu einer Gefahr für das Rosarium, die unter Denkmalschutz stehende Auebrücke, ja sogar für das Hallenbad der DRV und die Tennisplätze gegenüber. Das bestätigten jetzt sowohl Bürgermeister Horst Rinne als auch Landschaftsplaner Thomas Zerner (I-LIX, Bückeburg) auf Anfrage der Landes-Zeitung. Rückblende: Am Abend des 22. März wird Rinne durch eine Nachricht der Polizei alarmiert: "Die Aue tritt über die Ufer, Teile des Kurparks sind bereits überschwemmt." Der Bürgermeister verlässt sofort die Sitzung des Samtgemeinderats, der gerade in Buchholz tagt. Vor Ort bietet sich ihm dieses Bild: Der Starkregen hat jede Menge Äste angeschwemmt, die - wie so oft - das Nadelöhr Tuffsteindurchlass verstopfen. Aber: "Selbst vor der Denkmalbrücke, wenige hundert Meter abwärts der Aue, ist Land unter", befindet der inzwischen bis auf die Knochen nasse Bürgermeister. Und erklärt noch inder Nacht: "Wir müssen in Sachen Umflut umplanen." - Landschafts-Ingenieur Zerner: "Das Hochwasser stand am 22. März bereits dicht vor dem Hallenbad, hatte den Weg davor überspült." Nur 20 bis 30 Zentimeter mehr, und die Fluten wären in den Keller eingedrungen. Werde die Umflut wie geplant ausgebaggert, würde sich das Problem lediglich aueabwärts verlagern, für den Kurpark hingegen noch verschärfen. Selbst für die Tennisplätze will Zerner nicht garantieren - und für die teure Technik im Keller des Hallenbades schon gar nicht. Mögliche Lösung wie sie der Gemeinde vorschwebt: Die früheren Schlammteiche (flussabwärts, rechts) in die Planung einbeziehen. Diese Teiche sollten schon einmal als Reservoir für die Wassermassen dienen, jedoch war das Vorhaben aus Kostengründen am Ende gestrichen worden. "Kommt's jetzt doch dazu", so Zerner, "müssten die Schlammteiche, die offensichtlich zu hoch liegen, vertieft werden". Allerdings: "Die Behörden", so Zerner, "streuben sich gegen ein Abändern der bereits genehmigten Pläne zum Bau der Umflut". Das sei aus Sicht der Behörden, die das Hochwasser in unbebauten Räumen wie dem Kurpark sammeln wollen, zwar logisch, könne aber aus Sicht von Bad Eilsen nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Rinne abschließend: "Ich persönlich bin der Meinung, dass wir, wenn wir für die ,große Lösung' kein Grünes Licht bekommen, auf den Bau der Umflut ganz verzichten sollten." Denn Bad Eilsen könne nicht für die Nachbargemeinden und Aue-Anrainer Heeßen und Ahnsen Gutes tun - und vom Fluss dafür am Ende die(Wasser-)Rechnung zugestellt bekommen. Rückendeckung erhält Rinne dabei von TC-Jugend- und Platzwart Erwin Sengebusch: "Ich freue mich, dass die Gemeinde dafür sorgen will, dass dem Club kein Schaden entsteht." Sengebusch erinnert sich noch zu gut an das verheerende (Jahrhundert-)Hochwasser im Jahre 2002, als die Aue die Tennisplätze tatsächlich unter Wasser setzte und dem Club ein immenser Schaden entstand. Übrigens: Am Donnerstag, 12. April, soll es um 14 Uhr einen Ortstermin im Kurpark geben, bei dem die Gemeinde dem Landkreis, aber auch dem Land selbst ihre Nöte noch einmal erklären und für die "große Lösung" werben will. Zu dem Gespräch ist wegen der Problematik "Hallenbad" auch die DRV geladen.

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